Der Börsen-TagTech-Ausverkauf gewinnt an Fahrt

Inflations- und Zinssorgen nach einem erneuten Anstieg beim Ölpreis haben asiatische Technologieaktien heute erneut belastet. Zugleich hielten sich die Anleger vor den Quartalszahlen von US-Technologieriesen wie SpaceX, Meta und Tesla zurück.
In Tokio gab der technologielastige Nikkei-Index 1,6 Prozent auf 63.888 Punkte nach. Der breiter gefasste Topix verlor 1,7 Prozent auf 4000 Zähler. Der südkoreanische Leitindex Kospi büßte mehr als 4 Prozent ein. Die Börse Shanghai und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen bröckelten um jeweils rund 1,5 Prozent ab.
"Die Anleiherenditen steigen, da die Märkte erwarten, dass die Zentralbanken ihre Geldpolitik zur Bekämpfung der Inflation straffen werden", sagte Koji Toda, Fondsmanager beim Vermögensverwalter Resona. "Diese Sorge drückt auf die Stimmung. US-Technologiewerte haben über Nacht zwar zugelegt, die Anleger fragen sich jedoch, ob dieser Schwung anhalten wird."
Vor allem die extrem hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) trieben die Börsianer um. Denn viele fragen sich, ob sich die Ausgaben für KI am Ende überhaupt rechneten, sagte Ninghui Liu, Anlagestratege beim Finanzdienstleister State Street. Der Markt sei zwar bereit, Leerverkäufe einzudecken und defensive Positionen aufzulösen, schrieb Chris Weston, Chefanalyst bei Pepperstone. "Das ist allerdings etwas völlig anderes, als davon überzeugt zu sein, wieder aggressiv in den KI-Sektor zu investieren."