Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagVerteidigung will Wirecard-Prozess platzen lassen

30.09.2026, 14:16 Uhr

Im Münchner Wirecard-Prozess wollen die Verteidiger des früheren Vorstandschefs Markus Braun das seit fast vier Jahren laufende Verfahren noch auf den letzten Metern aushebeln. Brauns Anwältin Theres Kraußlach forderte die Aussetzung des Prozesses und begründete das mit dem Recht Brauns auf ein faires Verfahren. Die Sachlage in dem Prozess habe sich "grundlegend geändert".

Eine Aussetzung würde bedeuten, dass das seit Dezember 2022 laufende Verfahren um den mutmaßlich größten Betrugsfall der deutschen Nachkriegsgeschichte von vorn beginnen müsste. Das Gericht hingegen will eigentlich zum Ende kommen, der Vorsitzende Richter Markus Födisch kündigte eine schnelle Entscheidung der Kammer über den Aussetzungsantrag an. 

Die Verteidigung will den Ausgang eines separaten Betrugsverfahrens gegen eine frühere Wirecard-Managerin abwarten, die mutmaßlich eine wichtige Rolle in dem 2020 aufgedeckten Milliardenbetrug bei Wirecard spielte. Die Rolle der Frau sei "für die Wahrheitsfindung von zentraler Bedeutung", argumentierte Brauns Verteidigerin. "Ansonsten besteht die Gefahr eines Fehlurteils zu Lasten von Herrn Dr. Braun." 

Quelle: ntv.de