Der Börsen-TagWieder Glyphosat: Bayer vor wegweisendem Prozess
In den USA hat ein neuer Prozess um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup der Bayer-Tochter Monsanto begonnen. Die Anwälte von drei Krebspatientinnen warfen dem Unternehmen vor einem Gericht im Bundesstaat Missouri vor, das Mittel vor dem Verkauf nicht ausreichend getestet zu haben. "Monsanto hat Roundup nicht ausreichend getestet", sagte der Anwalt der Klägerinnen, Greg Dovel, zum Prozessauftakt. Bis heute habe das Unternehmen nie alle notwendigen Tests vorgenommen.
Der Prozess gilt als wichtiger Testfall, da er sich auf eine neue juristische Argumentation stützt. Ein früheres Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA hatte Klagen wegen des Vorwurfs unzureichender Warnhinweise vor Krebsrisiken auf den Produktetiketten erschwert. Die aktuelle Klage argumentiert jedoch, das Produkt sei grundsätzlich fehlerhaft konzipiert und für den Verkauf zu unsicher. Dieser Punkt wurde vom höchsten US-Gericht nicht direkt behandelt. Die drei Klägerinnen, von denen eine vor Prozessbeginn verstarb, sind nicht Teil eines angestrebten Milliardenvergleichs, mit dem Bayer einen Großteil der Klagen beilegen will.
