Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagZwingt Trump Kanada im Handelsstreit in die Knie?

10.09.2026, 07:34 Uhr

Ende September soll Schluss sein: Im festgefahrenen Handelsstreit mit Kanada verschärft US-Präsident Donald Trump erneut den Druck auf den Nachbarn. Ab dem 29. September sollen diese kanadischen Waren gar nicht mehr in die USA eingeführt werden dürfen: Motorräder, Wein, Whiskey, Rum, Wodka, Tequila, alkoholfreies Bier und bestimmte Molkeprodukte.

Das Ganze markiert eine weitere Eskalationsstufe in einem Konflikt, in dem sich die beiden eng verflochtenen Nachbarländer seit mehr als eineinhalb Jahren mit Zöllen und Gegenzöllen überziehen.

Trump wirft dem Nachbarland vor, amerikanische Anbieter unter anderem bei Kraftfahrzeugen, Milchprodukten und Alkohol zu benachteiligen. Tatsächlich hatten zahlreiche kanadische Provinzen bereits 2025 als Reaktion auf US-Strafzölle amerikanischen Wein, Whiskey und Bier aus den Regalen genommen oder den weiteren Einkauf gestoppt - das aber war eine Vergeltungsmaßnahme für US-Zölle im Handelskonflikt.

Die Volkswirtschaften der USA und Kanadas sind stark verflochten. Experten sind sich einig, dass beide Länder unter den Auswirkungen leiden, sie insgesamt für Kanada aber deutlich spürbarer wären als für die USA. Von Waren im Wert von 100 Dollar, die Kanada ins Ausland verkauft, gingen im vergangenen Jahr 72 Dollar in die USA. Die kürzlich in Kraft getretenen 50-Prozent-Zölle gegen manche kanadische Güter bedrohen laut Andrew DiCapua von der kanadischen Handelskammer rund 100.000 Jobs in Kanada.

Quelle: ntv.de