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Das bringt 2017 Herausforderungen für Führungskräfte

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Das neue Rollenverständnis: weniger operativer Entscheidungsträger, mehr Coach und Visionär

(Foto: imago/Westend61)

Das neue Jahr ist jetzt wenige Wochen alt. Merken Sie schon, wie sich Ihre Arbeit seit Silvester gewandelt hat? Vermutlich nicht. Die meisten Veränderungen kommen nicht schlagartig. Doch sie kommen und Sie sollten darauf vorbereitet sein.

"Gute Führungskräfte sind zugleich Vorbilder, Visionäre, Praktiker, Diagnostiker, Konzeptentwickler, Konfliktmanager, Gestalter, Lenker und Topentscheider." So steht es im HR-Report Personalberatung Hays und des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE). Die Studie stammt aus dem Jahr 2015, doch die Aussage hat nicht an Aktualität eingebüßt. Denn schon damals zeichneten sich viele der Themen ab, die Manager auch 2017 begleiten werden. Werfen wir also einen Blick auf die Herausforderungen, denen sich Führungskräfte im neuen Jahr stellen müssen.

Digitalisierung: Mehr Flexibilisierung und neue Unternehmensstrukturen

Die Digitalisierung ist das, was Zukunftsforscher einen Megatrend nennen. Wir sind mitten drin im digitalen Wandel, dem sich kaum eine Branche entziehen kann.

  • Auf den Wandel vorbereiten: Arbeitsstellen werden durch die Digitalisierung vielleicht nicht wegfallen, einige werden sich aber verändern. Die Aufgabe als Führungskraft ist es, die Mitarbeiter bei diesem Wandel einzubinden. Wenn sich Kollegen hilflos und überrollt fühlen, führt das zur Unzufriedenheit.
  • Flexibler arbeiten: Die Digitalisierung ermöglicht es, zu arbeiten, wo und wann man will. Die Trennlinien zwischen Arbeit und Privatem werden zunehmend verschwimmen. Damit müssen Sie und Ihre Mitarbeiter umgehen lernen.
  • Abschied von alten Rollen: "Die elektronischen Kommunikationswege und das Internet der Dinge kümmern sich nicht um Hierarchien oder Abteilungen", sagt der Philosoph Guenter Dueck. Unternehmen stellen sich netzartiger auf. Mitarbeiter werden öfter über den eigenen Tellerrand hinausblicken müssen. Und Chefs müssen ihre Führungsrollen neu definieren, weg vom operativen Entscheidungsträger hin zum Coach und Visionär.
  • Neue Arbeitsräume: Dort, wo abteilungsübergreifend zusammengearbeitet wird, müssen sich auch die räumlichen Gegebenheiten anpassen. Etwa mit flexiblen Raumkonzepten, die den ungehinderten Kommunikationsfluss fördern, aber auch gleichzeitig Rückzugsräume für konzentriertes Arbeiten bieten.
  • Mobile Arbeitnehmer: Die Zukunft gehört den Projektarbeitern, den gut qualifizierten Jobnomaden. Wie sorgt man dafür, dass ihr Wissen in der Firma bleibt, wenn sie weiterziehen? Und wie schafft man es, dass sie freiwillig wiederkommen?

Motivation: Wie ticken die Millennials?

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Gefragt sind Büroräume, die flexibles Arbeiten ermöglichen.

(Foto: imago/Westend61)

Die Millennials, also die Angehörigen der Geburtsjahrgänge zwischen 1981 und 1995, werden in Unternehmen bald die Mehrheit stellen. Was wünschen sie sich von ihrem Job?

  • Arbeit und Beruf verbinden: Millennials sind lernbereit und arbeitswillig, erwarten aber gleichzeitig auch große private Spielräume, Stichwort "Work-Life-Balance". Sie können und wollen zeitlich und oft auch räumlich flexibel arbeiten. Und wenn sie unzufrieden sind, sind sie auch schnell bereit, sich etwas Neues zu suchen.
  • Wertschätzung: Mit der Einstellung "Respekt muss man sich erst verdienen" komme man bei Millenials nicht weit, sagt Heather Huhman von der US-amerikanischen Beratungsagentur Come Recommend: "Nehmen Sie Feedback oder neue Ideen des Mitarbeiters an, belohnen Sie gute Leistungen, egal von wem sie kommen, und bieten Sie demjenigen Weiterbildungsmöglichkeiten, der sie verdient hat, und nicht demjenigen mit dem höchsten Dienstalter."

Mobiles Arbeiten: Neue Anforderungen an das Teammanagement

Gleitzeit, Homeoffice oder Jobsharing: Flexible Arbeitszeitmodelle sind für Millenials oft selbstverständlich. Sie müssen dafür sorgen, dass die Teammitglieder miteinander im Gespräch bleiben und ihre Ziele nicht aus dem Blick verlieren. Dieser teaminterne Austausch lässt sich nicht allein per E-Mail organisieren. Das müssen Sie aber auch nicht. Wenn Sie sich noch nicht mit Planungs- und Organisationstools befasst haben, wird es 2017 Zeit dafür. Zum Beispiel mit diesen hier:

  • Basecamp: Projektmanagement-Tool mit Aufgaben- und Terminverwaltung, Filesharing, Notizen, Kommentare und Diskussionen
  • Asana: Listenartig aufgebautes Projektmanagement-Tool, mit dem auch große Informationsmengen sauber strukturiert werden können
  • Bitrix24: Umfangreiches Projektmanagement-Tool, unter anderem mit Team-Chat, Videokonferenzen, Gantt-Charts und Zeiterfassung.
  • Trello: Projektmanagement mit einfacher Nutzeroberfläche
  • Slack: beliebtes Chat-Tool, das sich mit vielen Integrationen nach Bedarf erweitern lässt

Cultural Fit: Talente gewinnbringend einsetzen

Cultural Fit ist ein Trend bei Personalern. Kurz gesagt geht es dabei darum, dass der Kandidat nicht nur mit seinen Kompetenzen glänzt, sondern auch zur Unternehmenskultur passt. Wie können Sie das für die Mitarbeiter nutzen, die schon da sind?

  • Mitarbeiter kennenlernen: Finden Sie heraus, wie Ihre Kollegen ticken, was sie antreibt, was sie besonders gut können. Aber auch, was besser laufen könnte und wo sie mehr Unterstützung brauchen. Solche Informationen bekommt man nicht bei offiziellen Meetings, sondern bei privaten Gesprächen in der Kaffeeküche oder beim Lunch.
  • Informationen nutzen: Setzen Sie Ihre Mitarbeiter nach ihren persönlichen Fähigkeiten ein, versuchen Sie persönliche Interessen zu berücksichtigen. Auch 2017 gilt schließlich: Wer liebt, was er tut, arbeitet besser.

Quelle: n-tv.de

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