Marktberichte

Börsen-Ausblick Aktien bleiben attraktiv

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Derzeit sorgen vor allem zwei Dinge für Bewegung an der Börse: Die Geldpolitik und Donald Trump.

(Foto: imago/Sven Simon)

Angesichts einer durchwachsenen Konjunktur und mangelnder Impulse aus Wirtschaft und Politik bleibt Anlegern in der kommenden Woche nur wenig Orientierung. Ob der Dax seinen Aufwärtstrend fortsetzen kann, ist ungewiss.

Wie geht es am Aktienmarkt weiter? Am Donnerstag war dem Leitindex Dax, getrieben von einer Annäherung im US-chinesischen Zollstreit und der Aussicht auf eine weiterhin ultralockere Geldpolitik, ein zwischenzeitlicher Sprung auf 12.656 Punkte gelungen. So hoch war der Stand zuletzt im August.

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Am Freitag haben dann die mit Spannung erwarteten Arbeitsmarktdaten aus den USA den deutschen Aktienmarkt etwas belastet. Zum Handelsende verlor der Dax 0,49 Prozent auf 12.568 Punkte. Auf Wochensicht gelang dem Leitindex aber trotzdem noch ein Zuwachs von 1,3 Prozent - das fünfte Plus in Folge.

Die großen Treiber der zurückliegenden Tage fehlen in der kommenden Woche. Auf dem G20-Gipfel hatte US-Präsident Donald Trump dem chinesischen Staatschef Xi Jinping zugesichert, auf eine angedrohte Ausweitung der Strafzölle vorläufig zu verzichten. Zudem hob er die Blockade gegen den chinesischen Telekomriesen Huawei bis auf Weiteres auf. Das von Beobachtern befürchtete Szenario einer Eskalation und damit eines möglichen Zusammenbrechens der Märkte war somit ausgeblieben. An den Börsen hieß es kurzzeitig Aufatmen.

Stattdessen richtete Trump seine Aufmerksamkeit wenig später auf die Europäische Union und drohte hier nun mit neuen Zöllen, als Vergeltung für verbotene Flugzeugsubventionen. Dem darauffolgenden Dämpfer an den Börsen wurde aber schnell durch die Nominierung Christine Lagardes als künftige EZB-Präsidentin Einhalt geboten. Denn die derzeitige IWF-Chefin wird den expansiven Kurs Mario Draghis wohl fortsetzen und die Zinsen weiter niedrig halten.

Fed im Blick

Für Anleger könnten Aktien vor diesem Hintergrund weiterhin im Vergleich zu anderen Anlagen wie Anleihen attraktiv bleiben. Allerdings: Mit der zuletzt deutlich gestiegenen Beschäftigung in den USA sehen manche Beobachter die erhoffte frühe Einleitung einer Zinswende durch die US-Notenbank in Gefahr. Es gilt allerdings weiterhin als relativ sicher, dass die Währungshüter früher oder später ihre zuletzt fester angezogene Zinsschraube wieder lockern werden.

Aufschluss geben könnten womöglich Auftritte von Fed-Chef Jerome Powell am Mittwoch und Donnerstag in Washington. Daneben dürften Anleger ihre Aufmerksamkeit auf Daten aus der Mai-Industrieproduktion aus Deutschland und der Eurozone richten, die am Montag und Freitag veröffentlicht werden. Experten rechnen hier mit einem weiteren Rückgang. Dafür spreche unter anderem, dass sich die Auftragseingänge in Deutschland zuletzt stark rückläufig entwickelt hätten. Grund sei unter anderem eine schwächere Nachfrage aus China.

Inmitten der Sommerferien ist es bald auch an den Unternehmen, für weitere Bewegung im Markt zu sorgen. "Da sich die Rahmendaten in puncto Geldpolitik und Handelsstreit vorerst wenig ändern dürften, wird die bald beginnende Berichtssaison mit Spannung erwartet", schrieb Investmentanalyst Frank Klumpp von der Landesbank Baden-Württemberg. Hier interessiere vor allem die Frage, wie sich die eintrübende Konjunktur und der Handelsstreit in den Zahlenwerken der Unternehmen niedergeschlagen haben.

Bei der Commerzbank betrachtet man die Sache eher nüchtern. Die niedrigen Erwartungen der Analysten dürften sich für das zweite Quartal größtenteils bewahrheiten, wie Aktienstratege Markus Wallner schrieb. Für Investoren dürfte daher der Ausblick auf das zweite Halbjahr von besonderem Interesse sein. Viele Unternehmen würden hier einen Aufschwung erwarten, so Wallner. Er selbst sei da aber vorsichtig.

So oder so, in den kommenden Tagen trudeln ohnehin erst mal nur vereinzelte Werte ein. So legen am Mittwoch der Bioethanol-Produzent Cropenergies und am Donnerstag sein Mutterkonzern Südzucker sowie der Spezialverpackungshersteller Gerresheimer ihre Quartalsergebnisse vor. Lufthansa und Fraport veröffentlichen ferner ihre Juni-Verkehrszahlen, und zwar am Donnerstag beziehungsweise am Freitag.

Quelle: n-tv.de

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