Marktberichte

Wieder Rekordhoch auf US-Märkten Corona-Sorgen? Nicht an der Wall Street

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(Foto: REUTERS)

Es geht immer weiter aufwärts an den US-Börsen. Wieder erreichen die Märkte neue Rekordmarken. Dabei hilft auch eine Ankündigung der Fed. Aber nicht für alle Titel war der Tag so rosig.

Die Wall Street hat zur Wochenmitte weitere Rekordmarken erklommen. Dow-Jones-Index, S&P-500 und die Nasdaq-Indizes kletterten auf Allzeithochs. Die Coronavirusepidemie wurde von Anlegern zunehmend entspannter gesehen angesichts sinkender Neuansteckungen. Allerdings verlor die Epidemie auch deshalb an Schrecken, weil US-Notenbankpräsident Jerome Powell geldpolitische Stimuli für den Fall eines Wirtschaftsabschwungs wegen des Virus in Aussicht stellte. Auch mit Blick auf die Europäische Zentralbank gab es entsprechende Hoffnungen. Powell nannte vor dem Bankenausschuss des US-Senats den Kauf von Staatsanleihen sowie eine Anpassung des Zinsausblicks als mögliche Interventionsmittel.

S&P 500
S&P 500 3.257,88

Der Dow-Jones-Index stieg um 0,9 Prozent auf 29.551 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite legten um 0,6 bzw. 0,9 Prozent zu. Dabei kamen auf 1.766 (Dienstag: 2.008) Gewinner an der Nyse 1.157 (935) -velierer. Unverändert schlossen 102 (75) Titel. "Das Coronavirus bleibt das Hauptthema. Zwar bleiben die wirtschaftlichen Auswirkungen unklar (...). Der Markt findet aber einen Weg, konsequent das Positive in allem zu sehen, solange es keine schlechten Nachrichten gibt", sagte Marktstratege James Athey von Aberdeen Standard Investments.

Investoren setzten darauf, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen weitgehend regional begrenzt blieben und die globale Konjunktur dank eingeleiteter Stimulierungsmaßnahmen nicht nachhaltig belastet würde. Es gab aber auch mahnende Stimmen, die solche Annahmen für voreilig hielten und auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verwiesen. Diese hatte vor verfrühten Prognosen über ein Ende der Coronavirus-Epidemie gewarnt.

Ölpreise steigen

Am Ölmarkt profitierten die Ölpreise weiter von der Entspannung um das Coronavirus. Der Preis für die europäische Sorte Brent stieg um 3,3 Prozent auf 55,79 Dollar, die US-Referenzsorte WTI legte um 2,5 Prozent auf 51,17 Dollar zu. Die Veröffentlichung von bärischen Daten wurde am Erdölmarkt ignoriert, die Rohöllagerbestände in den USA hatten sich in der Vorwoche stärker als erwartet erhöht.

Nasdaq Composite
Nasdaq Composite 10.759,28

Am Devisenmarkt stieg der ICE-Dollarindex um 0,2 Prozent. Vor allem der Euro neigte zur Schwäche nach schwachen Daten zur Industrieproduktion der Eurozone. Auch die Spekulationen über mögliche geldpolitische Lockerungen durch die EZB drückten auf die Gemeinschaftswährung. Der Euro sank auf 1,0875 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit knapp drei Jahren nach einem Tageshoch bei 1,0926.

Die Nachfrage nach vermeintlich "sicheren Anlagen" ließ angesichts der wieder zuversichtlicheren Stimmung nach. Der Goldpreis ermäßigte sich um 0,1 Prozent auf 1.567 Dollar. Allerdings stützten die Powell-Aussagen mit der Aussicht auf quantitative Lockerungen das Edelmetall etwas.

Für die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ging es bei sinkenden Notierungen um 2,5 Basispunkte nach oben auf 1,63 Prozent. Rentenhändler sprachen aber auch von Zuflüssen in den Primärmarkt, denn am Abend wurden zehnjährige US-Schuldpapiere im Volumen von 27 Milliarden Dollar auktioniert.

Bed Bath and Beyond knicken ein

Am Aktienmarkt stiegen die Titel von Facebook um 1,7 Prozent. Der Messengerdienst Whatsapp des Sozialen Netzwerks knackte die Marke von weltweit mehr als zwei Milliarden Nutzern. Für Titel des Fahrdienstvermittlers Lyft ging es dagegen um 10,2 Prozent nach unten. Das Unternehmen hatte seinen Nettoverlust im vierten Quartal und im Gesamtjahr 2019 bei einem kräftigen Wachstum deutlich ausgeweitet. Auch operativ schrieb der Uber-Konkurrent weiterhin rote Zahlen. Bed Bath and Beyond brachen um 20,6 Prozent ein. Der Einzelhandelskonzern berichtete von einem schwachen Verkauf in den Monaten Dezember und Januar mit einem rückläufigen Umsatz auf flächenbereinigter Basis.

Quelle: ntv.de, vpe/DJ