Marktberichte

MDax mit Allzeithoch Dax schließt nah an der 10.000

53964017.jpg

(Foto: picture alliance / dpa)

Kräftige Gewinne und neue Rekordstände zeigen die deutschen Aktien-Indizes heute: Der Nebenwerte-Index MDax markiert ein neues Allzeithoch, der Dax immerhin einen Jahresbestwert. Grund für die Kauflaune dürften erneut EZB-Fantasien sein.

Nach einem verhaltenen Auftakt stieß der deutsche Aktienmarkt am Nachmittag in immer neue Höhen vor - und ackerte sich sogar an die 10.000-Punkte-Marke heran. Kurz davor musste er aber aufstecken und das Erreichen eines neuen Allzeithochs - bei 10.093 Zählern steht das bisherige - verschieben. Einen noch stärkeren Tag legte aber der kleine Bruder MDax hin - und knackte seinen eigenen Allzeit-Rekord.

Am Ende schloss der Dax mit einem Plus von 1,6 Prozent bei 9941 Punkten. Der MDax als Index der mittelgroßen Unternehmen beendete den Handelstag etwas unterhalb des am Nachmittag markierten neuen Rekordhochs von 17.444 Zählern und schloss bei 17.411 Punkten - ein Zuwachs von 1,0 Prozent. Der Technologiewerte-Index TecDax stand am Schluss 1,3 Prozent höher bei 1435 Zählern. Ähnlich gut sah es in Europa aus: Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone kletterte um 1,5 Prozent auf 3132 Punkte.

Eine leichte Beruhigung in der Debatte um einen Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone sowie die anhaltenden Hoffnungen auf Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) sorgten wieder für mehr Zuversicht, schrieb Marktstratege Andreas Paciorek von CMC Markets. Am Vormittag hatten zudem Konjunkturdaten aus Italien positiv überrascht: Die Industrie des Landes hat ihre Produktion im November etwas stärker hochgefahren als erwartet.

Auch die angelaufene Berichtssaison konnte leicht stützen. Nach guten Zahlen von SAP und Continental aus Deutschland hatte in den USA auch Alcoa überzeugt. Die starken Zahlen des US-Aluminiumherstellers deuteten darauf hin, dass die Aussichten für die Weltwirtschaft besser seien als von vielen gedacht, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research.

Für anhaltende Unsicherheit sorgte allerdings der anhaltende Ölpreis-Verfall. Auch die Konjunktursorgen waren nicht aus der Welt: So wurden rückläufige Zahlen zum Auftragseingang im deutschen Maschinenbau im November am Markt deutlich negativ aufgenommen.

"Eon bekommt es von allen Seiten ab"

Größter Gewinnern im Dax waren bis zum Ende Commerzbank, die 5,2 Prozent zulegen konnten. JP Morgan hatte die Aktie auf "Übergewichten" erhöht.

Stark präsentierten sich auch Continental, die am Montag bereits überraschend erste Zahlen vorgelegt hatten. Die DZ Bank hatte die Einstufung für Continental danach auf "Kaufen" mit einem Wert von 200 Euro belassen. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) hätte die Erwartungen leicht verfehlt, schrieb Analyst Michael Punzet in einer Studie. Der Ausblick des Reifenherstellers und Autozulieferers auf das laufende Jahr scheine im Rahmen der Erwartungen zu liegen (weitere Analysen finden sie auf telebörse.de). Continental stiegen um 4,0 Prozent auf 183,10 Euro und landen damit auf Platz zwei im Dax.

Platz drei ging heute an Lufthansa: Die Airline profitiert derzeit vom niedrigen Ölpreis, der die Kerosinkosten des Unternehmens drückt - der Konzern rechnet in diesem Jahr mit Treibstoffkosten von nur noch 5,8 Milliarden Euro nach 6,7 Milliarden im vergangenen Jahr. Lufthansa legten 3,3 Prozent zu und damit wesentlich stärker als der Gesamtmarkt.

Abwärts ging es jedoch mit den deutschen Versorgern, allen voran Eon. "Eon bekommt es heute von allen Seiten ab", sagte ein Händler. Zunächst hätte Morgan Stanley den gesamten Sektor auf "Cautious" abgestuft, dazu noch bei Eon das Kursziel auf 13 nach 14 Euro gesenkt. "Dazu wird die Stimmung belastet von den Preissenkungen in Großbritannien", sagte ein anderer Händler. Eon hatte hier die Gaspreise um rund 3,5 Prozent nach unten nehmen müssen: "Auch das schafft keine Ertragsfantasie nach oben." Eon verloren darauf 2,1Prozent, RWE immerhin 1,4 Prozent. Händler verweisen bereits seit Wochen darauf, dass die erhoffte Outperformance von Eon gegenüber RWE sich nicht materialisiert, obwohl Eon eine höhere Dividendenrendite hat und kein Verkaufsproblem wie RWE mit der ölabhängigen Tochter Dea.

ThyssenKrupp gaben 2,1 Prozent ab, nachdem die Credit Suisse die Stahlwerte abgestuft hatte.

Metro-Aktie nach Quartalsbericht im Aufwind

Im MDax setzten sich Metro in der Spitzegruppe fest - und schlossen mit einem Plus von 4,5 Prozent auf Platz zwei. Leicht besser als erwartet waren laut Baader die Umsatzzahlen für das erste Quartal 2014/15 von Metro ausgefallen. Das Quartal sei wegen des Weihnachtsgeschäfts das wichtigste für den Konzern. Dennoch bestätigte Analyst Volker Bosse nach den Zahlen lediglich seine "Hold"-Einstufung mit einem Kursziel von 29 Euro. Allerdings: Auf Jahressicht gesehen hatten Metro mehr als 27 Prozent eingebüßt.

MDax-Spitzenreiter waren am Ende allerdings die Aktien von Osram: Die Papier stiegen mit einem positiven Analysten-Kommentar um 5,9 Prozent.

Weit hinten im MDax landeten die Aktien von Aurubis - einer der weltgrößten Kupferproduzenten - die 5,4 Prozent einbüßten. Die Frankfurter Investmentbank MainFirst hatte zuvor den Titel auf Neutral (Outperform) gesenkt. Händler führten den Kurssturz auf die Empfindlichkeit des Marktes gegenüber Preisrückgängen bei Rohstoffen zurück -  Kupfer ist seit Sommer 2014 in einer Baisse und seitdem von rund 3,30 auf 2,70 Dollar gefallen.

Die Südzucker-Aktie reagierte mit starken Ausschlägen auf den Quartalsbericht, der einen Gewinneinbruch verzeichnete. Im Tageshoch lag das Papier 4 Prozent fester im Markt, am Ende gab die Aktie 5,9 Prozent nach und bildete damit das Schlusslicht im MDax. Ein befragter Analyst sah hier Spekulanten am Werk. Die Südzucker-Aktie sei ein Liebling der Shorties, hieß es.

Quelle: ntv.de, kst/wne/DJ/rts/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen