Marktberichte

Wall Street schiebt ein bisschen Dax schließt über 9900

Schwung.jpg

Mit ein bisschen anschubsen geht's.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die feste Eröffnung der USA verleiht auch dem Dax im späten Geschäft noch ein wenig mehr Schwung. Der MDax lässt sich dagegen ins Minus fallen. Grund ist ein Kurseinbruch bei Bilfinger Berger.

Trotz enttäuschender Konjunkturdaten aus dem Euro-Raum haben Investoren bei Aktien zugegriffen. Allerdings hielten sich die Kursgewinne bei eher dünnen Umsätzen in Grenzen. "Viele Anleger halten sich zurück und warten auf den sogenannten Super-Donnerstag, an dem die Europäischen Zentralbank den Leitzinsentscheid und die weitere geldpolitische Marschroute verkündet, zudem steht der monatliche US-Arbeitsmarktbericht für den Monat Juni an", sagte Analyst Gregor Kuhn von IG Markets.

Die freundlichen Kurse an der Wall Street ließen den Dax jedoch schlussendlich ordentliche 0,7 Prozent im Plus bei 9.902 Zählern schließen. Dagegen fiel der MDax vor allem wegen eines Kurseinbruchs von Bilfinger zurück. Zuletzt notierte er 0,5 Prozent tiefer bei 16.729 Punkten. Der TecDax stieg um 1,1 Prozent auf 1323 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,8 Prozent zu.

An der Wall Street stiegen Dow Jones und Nasdaq um jeweils rund ein Prozent, der S&P 500 erreichte sogar ein Rekordhoch. Die jüngsten Wirtschaftsdaten überzeugten viele Investoren. So setzte die US-Industrie ihren Wachstumskurs im Juni fort. Auch die chinesische Industrie legte erstmals nach sechs Monaten wieder zu. Enttäuschende Daten aus der Euro-Zone gerieten hingegen in den Hintergrund.

Größter Dax-Gewinner waren Bayer mit Plus 2,2 Prozent. "Es gibt heute keinerlei Gerüchte im Handel, aber im Geschäftsfeld Agrochemie geht spätestens seit dem Interesse von Monsanto an Syngenta die Konsolidierungsfantasie um", sagte ein Händler. Bayer könnte ebenso wie BASF das Wachstum mit Übernahmen steigern wollen. Gleichzeitig stünden die europäischen Agrochemiekonzerne im Fokus der mit enormen Cash-Beständen ausgerüsteten US-Konkurrenz. "Das setzt Europas Unternehmen unter Druck, die Bilanzen zu verbessern und die Aktienkurse nach oben zu treiben", so der Händler.

Im MDax brachen Bilfinger um 17,7 Prozent auf 68,50 Euro ein. Eine drastische Gewinnwarnung hat die Anleger verschreckt.

Schwächer notierten auch Rhön-Klinikum, die sich um 1,6 Prozent auf 23,71 Euro verbilligten. Der Gesundheitskonzern Fresenius trennt sich von seinem Aktienpaket an dem Krankenhausbetreiber.

Auch von Umstufungen der Analysten gingen deutliche Kursimpulse aus. So hat die Credit Suisse Klöckner um zwei Stufen auf "Underperform" nach Outperform gesenkt. Die Aktie verlor 3,9 Prozent.

Im TecDax litten QSC unter der Abstufung durch JP Morgan auf "Neutral" nach "Overweight" und rutschten um 0,8 Prozent nach unten.

Sehr positiv für Borussia Dortmund werteten Händler Berichte über einen Einstieg von Puma. "Damit würde Dortmund dem Vorbild von Bayern München weiter nacheifern", sagte ein Händler. Nach dem Einstieg von Evonik werde damit nun auch ein Sportausrüster als Ankeraktionär gewonnen. Dies verstärke die Aktionärsbasis und sei positiv für die Aktie. Die kletterte auch prompt um fünf Prozent nach oben.

In Paris stehen BNP Paribas mit einem Plus von 3,6 Prozent im Mittelpunkt. Die französische Großbank zahlt in den USA wegen Verstößen gegen amerikanische Sanktionen 8,83 Milliarden Dollar Strafe. Im Gegenzug kann BNP ihre US-Banklizenz retten und damit weiterhin lukrative Geschäfte dort machen. Händlern zufolge sind viele Anleger erleichtert darüber, dass der Rechtsstreit mit den amerikanischen Behörden endlich beigelegt wurde. Nun könnten die Bank-Aktien wieder Boden gut machen, hieß es. Seit Jahresbeginn haben BNP mehr als zwölf Prozent an Wert eingebüßt, der Pariser Leitindex kommt im selben Zeitraum auf ein Plus von drei Prozent.

Quelle: ntv.de, sla/jwu/rts/DJ