Marktberichte

Indizes mit Allzeithochs Erster Handelstag lässt Wall Street jubeln

128076989.jpg

Gute Stimmung an der Wall Street: Das neue Jahr startet mit guten Werten.

(Foto: picture alliance/dpa)

2020 startet mit guten Zahlen an der US-Börse. Die wichtigsten Indizes erreichen Spitzenwerte und die Anleger sind positiv gestimmt. Schließlich ist das Handelsabkommen zwischen den USA und China in greifbarer Nähe und lässt die Börsianer aufatmen.

Die US-Börsen haben sich am ersten Handelstag des neuen Jahres mit deutlichen Gewinnen gezeigt. Gleich zu Handelsbeginn erreichten die wichtigsten Indizes neue Allzeithochs. Eine neue geldpolitische Lockerung der chinesischen Notenbank befeuere auch in den USA Konjunkturoptimismus, hieß es aus dem Handel. Daneben stütze auch die Aussicht auf die baldige Unterzeichnung des Phase-1-Handelsabkommens zwischen den USA und China. Am 15. Januar soll es nun soweit sein, wie US-Präsident Donald Trump via Twitter ankündigte.

Der Dow-Jones-Index legte 1,2 Prozent zu auf 28.869 Punkte. Der S&P-500 schloss 0,8 Prozent höher bei 3.258 Punkten, während der Nasdaq-Composite 1,3 Prozent stieg auf 9.092 Punkte. Den 1.754 (Dienstag: 1.892) Kursgewinnern an der NYSE standen 1.204 (1.033) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 59 (102) Aktien.

Wie sich der Dax an diesem Mittwoch schlug, lesen Sie hier.

Die People's Bank of China (PBoC) hatte am Mittwoch die Mindestreserveanforderung für die Banken des Landes gesenkt, um die Kreditvergabe an Unternehmen zu erleichtern. Dass der von Caixin und Markit ermittelte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in China im Dezember leicht gesunken ist, vermochte die Stimmung nicht zu trüben, denn der Index verharrte immerhin im expansiven Bereich. Außerdem lasse die jüngste PBoC-Maßnahme erwarten, dass die chinesische Regierung ebenfalls geeignete Schritte unternehmen werde, um die heimische Wirtschaft zu stützen, so Marktteilnehmer. Wenn die Wirtschaft in China gut laufe, dürften davon auch exportorientierte Unternehmen in anderen Ländern profitieren.

Konjunkturseitig wurde in den USA die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe aus der Vorwoche veröffentlicht. Sie ging um 2.000 auf 222.000 Anträge zurück, während Volkswirte mit 225.000 Erstanträgen gerechnet hatten. Der Markit-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe erreichte im Dezember in zweiter Lesung einen Stand von 52,4 Punkten, nachdem vorläufig ein Wert von 52,5 gemeldet worden war. Im November erreichte der Index 52,6 Punkte.

Kurszielerhöhungen beflügeln AMD und Applied Materials

Wichtige Unternehmenstermine standen nicht auf der Agenda. Impulse für Einzelwerte kamen vorrangig von Analystenkommentaren. So rückten Applied Materials um 1,9 Prozent vor. Hier hatte Nomura das Kursziel auf 75 von 68 Dollar erhöht und die Kaufempfehlung bekräftigt. Nomura hob ferner das Kursziel für Advanced Micro Devices (AMD) auf 58 von 40 Dollar; auch in diesem Fall hielten die Analysten an der Empfehlung "Buy" fest. AMD stiegen um 7,1 Prozent. Für Tesla ging es um 2,8 Prozent aufwärts. Hier hatte Canaccord Genuity das Kursziel auf 515 von 375 Dollar erhöht und die Einstufung "Buy" bestätigt.
Blackrock wurde von Wells Fargo auf "Overweight" von "Equal-Weight" hochgestuft; die Aktie kletterte um 1,2 Prozent nach oben.

Gold weiter gefragt

Der Anleihemarkt verzeichnete etwas Zulauf. Steigende Notierungen drückten die Zehnjahresrendite um 4,5 Basispunkte auf 1,87 Prozent. Weiterhin gefragt war Gold, nachdem 2019 für das Edelmetall das beste Jahr seit fast einem Jahrzehnt war. Die Feinunze verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 1.529 Dollar. Der Euro gab leicht nach und rutschte wieder unter 1,12 Dollar, nachdem er zuletzt nach Aussage von Beobachtern von der reichlich vorhandenen Dollar-Liquidität profitiert hatte. Die Analysten der Danske Bank sehen jedoch ein - wenn auch geringes - Risiko steigender US-Zinsen. Wenn die US-Notenbank am 14. Januar über geplante Repogeschäfte informiere, werde sich zeigen, ob die Fed die Liquiditätszufuhr allmählich drossele. Die Gemeinschaftswährung notierte zu Handelsschluss bei 1,1169 Dollar.

Am Ölmarkt traten die Preise mehr oder weniger auf der Stelle. Das Barrel WTI notierte mit 61,15 Dollar 0,1 Prozent höher, der Brent-Preis stieg um 0,3 Prozent auf 66,20 Dollar. Nach dem Preisanstieg der zurückliegenden Wochen würden vereinzelt Gewinne mitgenommen, berichteten Händler. Auf der anderen Seite stützten aber die Unruhen im Irak, wo sich der Konflikt zwischen den USA und Iran über den Jahreswechsel zugespitzt hat. Nach US-Luftangriffen auf pro-iranische Milizen im Irak hatten am Dienstag tausende Demonstranten das US-Botschaftsgelände in Bagdad gestürmt. Am Mittwoch setzten sie ihren Angriff zunächst fort, zogen dann aber ab. Die USA drohten Iran mit Vergeltungsmaßnahmen und schickten hunderte zusätzliche Soldaten in die Region.

Quelle: ntv.de, ibu/DJ