Marktberichte

Konjunkturoptimisten setzen sich durch Dax wächst und gedeiht

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(Foto: picture alliance / dpa)

Der deutsche Aktienmarkt kann an die Kursgewinne vom Vortag anknüpfen. Vor allem die starken Handelsdaten aus China gefallen den Anlegern.

An den europäischen Börsen haben sich zur Wochenmitte die Konjunkturoptimisten durchgesetzt: Sowohl Dax als auch EuroStoxx50 legten zu, auch Industrierohstoffe wie Öl oder Kupfer waren gefragt.

Für gute Laune sorgten vor allem überraschend positive chinesische Konjunkturdaten und starke Geschäftszahlen einiger europäischer Großkonzerne. "Das Ende der Korrektur ist greifbar nahe", sagte Christian Henke von IG Market.

Der Dax gewann 0,7 Prozent auf 9540 Punkte - zuletzt hatten Währungsturbulenzen in den Schwellenländern den Leitindex immer wieder ins Taumeln gebracht.

Der EuroStoxx50 legte um 0,6 Prozent zu. Die Wall Street pendelte zum Handelsschluss in Europa um ihren Vortagesstand. Nach den Kursgewinnen der vergangenen vier Tage sei eine kleine Pause angesagt, sagte Terry Morris von der National Penn Investors Trust Company.

Chinas Ausfuhren ziehen deutlich an

Exportweltmeister China ist überraschend stark ins Jahr 2014 gestartet. Die Ausfuhren zogen im Januar um 10,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an, die Importe legten mit 10,0 Prozent fast genauso kräftig zu.

"Die China-Daten scheinen der allgemeinen Erwartung einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums zu widersprechen", erklärte Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black. Sein Kollege Darren Sinden von Titan Investment Partners mahnte jedoch zur Vorsicht. "Die Export-Zahlen liegen so deutlich über den Markterwartungen, dass man sie hinterfragen muss."

Gute Nachrichten aus Amerika

Neben den Konjunkturdaten aus dem Reich der Mitte habe der Markt Unterstützung von ermutigenden Aussagen der neuen US-Notenbankchefin Janet Yellen vom Vortag erhalten, sagte Volkswirt John Peters von der Commonwealth Bank of Australia. "Die Kernbotschaft ist die Kontinuität der Geldpolitik." Positiv sei außerdem, dass Yellen trotz einiger enttäuschender Konjunkturdaten in den vergangenen Wochen an ihren Wachstumsprognosen festhalte.

Für Erleichterung sorgte darüber hinaus die Zustimmung des

republikanisch dominierten Repräsentantenhauses zur Anhebung der Schuldenobergrenze, mit der die Zahlungsunfähigkeit der US-Regierung verhindert werden soll. Eine Verabschiedung des Gesetzes durch den Senat, in dem die Demokraten des US-Präsidenten Barack Obama die Mehrheit haben, gilt als sicher. Für den Titan-Investment-Experten Sinden ist das grundlegende Problem - der Schuldenabbau - damit aber nicht gelöst. "Das muss noch angegangen werden."

Vor dem Hintergrund der starken Daten aus China und in Erwartung eines robusten Wachstums der Weltwirtschaft insgesamt griffen Rohstoff-Anleger vor allem bei Kupfer und Öl zu. Das Industriemetall verteuerte sich um ein Prozent auf 7151 Dollar je Tonne. Der Preis für US-Öl WTI stieg um bis zu 1,4 Prozent auf 101,38 Dollar je Fass, den höchsten Stand seit Mitte Oktober.

ThyssenKrupp schwer gefragt

An den Aktienmärkten profitierten die Minenwerte: Der europäische Branchenindex rückte um zwei Prozent vor, die Aktien des Bergbaukonzerns Rio Tinto um 1,4 Prozent. Im Dax gehörten Stahl- und Autowerte, die besonders stark von der Konjunktur abhängig sind, zu den gefragtesten Werten.

ThyssenKrupp gewannen 3,6 Prozent, Volkswagen 1,9 Prozent. Im MDax kletterten Klöckner & Co zeitweise fast drei Prozent in die Höhe, nahmen aber nur 1,3 Prozent davon mit in den Feierabend. Der Stahlhändler kommt nach den Einbußen im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder in Schwung, wie Vorstandschef Gisbert Rühl in einem Reuters-Interview erklärte.

Fest zeigte sich auch der Bankensektor. Ihn trieben sehr gute Geschäftszahlen der niederländischen ING und der französischen Societe Generale nach oben. "Nach der Barclays-Enttäuschung sorgen die Zahlen für Erleichterung", sagte ein Händler. Beide Institute haben die Erwartungen an den Nettogewinn deutlich geschlagen. Societe Generale sprangen um 4,7 Prozent an, ING um 1,7 Prozent an. In Deutschland profitierten Commerzbank ebenfalls mit plus 1,7 Prozent und Deutsche Bank mit 1,1 Prozent.

In der zweiten Reihe kam bei den Anlegern der Geschäftsbericht von Drillisch gut an. Die Berenberg Bank erhöhte das Kursziel gleich auf 29 nach 20 Euro. Die Aktien kletterten daraufhin um 1,5 Prozent.

Bei Fresenius Medical Care (FMC) im Dax ging es um 1,9 Prozent nach oben. Der US-Wettbewerber DaVita hatte sehr gute Zahlen vom US-Dialysemarkt vermeldet.

K+S ließen dagegen die durchwachsenen Geschäftszahlen des norwegischen Mitbewerbers Yara relativ kalt und notierten nur 0,7 Prozent leichter.

Maschinenbauer Kuka hat die Marktprognosen an das vierte Quartal knapp verfehlt. Sowohl Umsatz als auch Ebit liegen leicht unter den Erwartungen. Die Aktien legten dennoch 0,8 Prozent zu.

Tui schlossen 1,1 Prozent im Plus. Der Ebita-Verlust ist etwas niedriger ausgefallen als erwartet, den Ausblick hat Tui dafür bestätigt. Händler rechnen mit einer Konsolidierung. Der Kurs ist bereits auf neue Jahreshochs ausgebrochen und hat damit die Korrektur von Ende Januar und Anfang Februar beendet. "Der nächste Trigger dürfte die Fusion zwischen Hapag Lloyd und CSAV sein, wenn sie denn kommt", sagte ein Händler.

Quelle: ntv.de, ddi/jwu/rts/DJ/dpa

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