Marktberichte

Huawei-Affäre verunsichert Handelskonflikt bremst Wall Street aus

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(Foto: Reuters)

Die Wall Street beendet eine rabenschwarze Woche mit massiven Verlusten. Nach kleinen Gewinnen zum Start dreht der Markt nach unten ab. Vor allem bei den Nasdaq-Indizes mit Verlusten von drei Prozent sprechen Teilnehmer von panikartigen Verkäufen.

Die Furcht vor einer Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China hat die Wall Street zum Wochenausklang wieder fest in den Griff bekommen. Zunächst führten überraschend schwache Daten vom US-Arbeitsmarkt zwar zu einem Anstieg der Kurse, weil die Anleger so weniger Grund für beschleunigte Zinserhöhungen durch die Notenbank sahen. Doch schon bald ging es für die wichtigsten Börsenbarometer wieder bergab.

Die Affäre rund um den chinesischen Netzwerk-Ausrüster Huawei schürte Sorgen der Anleger, dass der Handelsstreit die Weltwirtschaft ausbremst. Unter Druck gerieten vor allem die Aktien von Technologie-Schwergewichten wie Apple und Microsoft.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit einem Minus von 2,2 Prozent auf 24.388 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 2,3 Prozent auf 2633 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 3,1 Prozent auf 6969 Stellen nach.

"Einige der größten Angstfaktoren für die Konjunktur wie der Handelskonflikt kommen zurück", sagte Michael Antonelli vom Finanzdienstleister Robert W. Baird. "Ein Satz Konjunkturdaten reicht da für ein Comeback der Aktienmärkte nicht aus", erklärte er mit Blick auf die Arbeitsmarktstatistiken.

Auch die anziehenden Ölpreise stützten die Börsen nur vorübergehend. Die Opec einigte sich auf eine Drosselung der Förderung um 800.000 Barrel pro Tag. Weitere 400.000 Barrel steuerten Staaten bei, die dem Exportkartell nicht angehören. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 4,9 Prozent auf 62,98 Dollar je Barrel.

Papiere von Apple gaben vier Prozent und Anteilsscheine von Microsoft 3,98 Prozent nach. Für Amazon und die Google-Mutter Alphabet ging es jeweils rund 2,9 Prozent nach unten. Dagegen schossen die in den USA notierten Aktien deskanadischen Cannabis-Produzenten Cronos 27 Prozent in die Höhe. Der Hersteller von Marlboro-Zigaretten, Altria, kauft sich für 1,8 Milliarden Dollar bei Cronos ein.

Quelle: n-tv.de, ftü/rts