Wirtschaft
Händler Frank O'Connell blickt mit Sorge auf die Kurse.
Händler Frank O'Connell blickt mit Sorge auf die Kurse.(Foto: AP)
Donnerstag, 31. Mai 2018

Wall Street mit Verlusten: Sorge vor Handelskrieg belastet US-Börsen

Kaum können Anleger angesichts von Entspannungssignalen aus Italien aufatmen, platzt die nächste Bombe: Die USA erheben künftig Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus der EU. An der Wall Street sorgt das für lange Gesichter und sinkende Kurse.

Sorgen vor einem sich wieder verschärfenden Handelskonflikt zwischen den USA und anderen Ländern haben die Wall Street tiefer schließen lassen. Die Vereinigten Staaten verhängen nun Strafzölle auf die Einfuhr von Stahl und Aluminium aus der Europäischen Union (EU) sowie aus Mexiko und Kanada. Das gab die US-Regierung am Nachmittag bekannt. "Das ist ein schlechter Tag für den Welthandel", sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Vergeltungszölle wurden bereits angekündigt.

Eine protektionistische Politik habe in der Vergangenheit der Wirtschaft eines Landes immer geschadet, kommentierte Analyst David Madden von CMC Markets UK. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial beendete den Tag mit einem Abschlag von 1,02 Prozent auf 24.415,84 Punkten. Die Bilanz für den Monat Mai fällt mit plus ein Prozent positiv aus. Seit Jahresanfang ist sie aber negativ. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,69 Prozent runter auf 2705,27 Zähler. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 gab um 0,12 Prozent auf 6967,73 Punkte nach.

Bei den Einzelwerten stürzten die Aktien der Warenhauskette Sears um mehr als zwölf Prozent ab. Anleger flohen in Scharen, nachdem der Gewinn im Quartal um fast 30 Prozent eingebrochen war. Auch beim Discounter Dollar General enttäuschten die Umsätze. Die Titel gaben mehr als neun Prozent nach.

Gefragt waren dagegen die Anteilsscheine von General Motors mit einem Kursaufschlag von fast 13 Prozent. Der japanische Investor Softbank gibt der Autobranche mit einer Geldspritze in GM neuen Schub bei der Entwicklung von Zukunftstechnologien. Über seinen Vision Fund steckt Softbank 2,25 Milliarden Dollar in die auf das autonome Fahren spezialisierte Sparte GM Cruise. Nach der Transaktion sind die Japaner mit fast einem Fünftel an der GM-Tochter beteiligt. GM kündigte an, zusätzlich noch 1,1 Milliarden Dollar für das Geschäft aufzuwenden.

Auf den Einkaufslisten der Börsianer standen auch die Aktien von Snap. Die Papiere des Betreibers des Messagingdienstes Snapchat verteuerten sich um 3,8 Prozent auf 11,39 Dollar, nachdem ein Broker die Bewertung mit einem Kursziel von 17 Dollar aufgenommen hatte. An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,38 Milliarden Aktien den Besitzer. 1195 Werte legten zu, 2187 gaben nach und 152 blieben unverändert.

An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,46 Milliarden Aktien 1140 im Plus, 1796 im Minus und 219 unverändert. Die US-Kreditmärkte bewegten sich kaum. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 1/32 auf 100-7/32. Die Rendite stieg auf 2,8495 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 1/32 auf 102-3/32 und rentierte mit 3,0183 Prozent.

In Frankfurt ging der Dax an Fronleichnam 1,4 Prozent tiefer bei 12.604 Punkten aus dem Handel, der EuroStoxx50 verlor ein Prozent auf 3406 Zähler. Alle Details lesen Sie hier.

Quelle: n-tv.de