Marktberichte

Zweigeteilte Wall Street Splits treiben Apple und Tesla

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An der Wall Street gab es im August Kursgewinne wie seit dreieinhalb Jahrzehnten nicht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zuletzt machte die US-Notenbank die Kurse und trieb die US-Indizies. Doch nach einem August mit historischen Gewinnen geht dem Handel etwas die Luft aus. Dafür sorgt das Lockangebot bei Tesla und Apple für neue Käufer.

Zweigeteilt haben sich die US-Börsen die neue Handelswoche begonnen. Klare Tagesfavoriten waren Aktien aus dem Technologiesegment, das als Gewinner der Corona-Pandemie gilt, während Standardwerte zurückblieben. Alle drei großen Indizes schlossen den August mit einem Plus von mindestens sieben Prozent ab und erlebten damit teils zugleich den besten August seit 36 Jahren. Für den Nasdaq-Composite steht im abgelaufenen Monat sogar ein Plus von rund zehn Prozent zu Buche.

Der jüngste positive Impuls kommt von der US-Notenbank und deren Richtungswechsel, nun statt eines festen Inflationsziels ein durchschnittliches Inflationsniveau zu verfolgen. Für die Anleger ist das ein klares Signal, dass die Zinsen länger niedrig bleiben werden. Hinzu kommt als Treiber, dass immer wieder hoffnungsvolle Nachrichten zur Entwicklung von Corona-Impfstoffen die Runde machen.

Die Gefahren rücken wieder in den Fokus

Der Dow-Jones-Index gab um 0,8 Prozent nach auf 28.430 Punkte, wobei Walt Disney, JP Morgan und Boeing mit Einbußen von bis zu 2,7 Prozent am Ende lagen. Der S&P-500 tendierte knapp behauptet, die technologielastigen Nasdaq-Indizes gewannen bis zu 1,0 Prozent.

Mit dem Ende der Urlaubszeit könnte es allerdings wieder unruhiger werden, warnten Beobachter. Wenn der Kongress aus der Sommerpause zurückkehre, dürfte dessen Uneinigkeit im Hinblick auf weitere Corona-Hilfsprogramme, wie sie die Notenbank des Landes fordert, wieder stärker in den Vordergrund rücken. Daneben geht der Präsidentschaftswahlkampf in die heiße Phase, und auch der Handelsstreit mit China schwelt weiter und birgt Unwägbarkeiten.

Thema des Tages waren die zeitgleichen Aktiensplits bei den beiden Anlegerlieblingen und Highflyern Apple und Tesla. Nachdem die Kurse beider Unternehmen zuletzt luftige Höhen erreichten, wurden sie optisch billiger gemacht, um weitere Anleger anzuziehen. Apple-Aktionäre haben nun vier Mal so viele Aktien in ihren Depots, bei Tesla sind es fünf Mal so viele wie zuvor - allerdings zu einem entsprechend niedrigeren Kurs. Für Apple ging es als Dow-Tagessieger um 3,4 Prozent nach oben auf jetzt 129,04 Dollar, Tesla machten sogar einen Satz um 12,6 Prozent und kosten auch nach der Fünftelung immer noch 498,32 Dollar. Laut Lindsay Bell vom Ally Invest entwickeln sich gesplittete Aktien im Jahr nach dem Split historisch betrachtet im Durchschnitt 15 Prozent besser als der S&P-500-Index.

Änderungen im Dow

Weil sich mit dem Apple-Split das Gewicht des Technologiesektors im Dow verringert hat, wurden zum Wochenstart bereits beschlossene Änderungen wirksam. Ziel ist es, so die US-Wirtschaft realistischer abzubilden. Salesforce.com, Amgen und Honeywell gehören nun dem Dow an, ihre Plätze räumen mussten Pfizer, Exxon Mobil und Raytheon. Honeywell verloren 1,8 Prozent, während Amgen und Salesforce kleine Gewinne einfuhren. Die drei Titel hatten im Vorfeld bereits von der Aufnahme profitiert. Exxon Mobil lagen 1,8, Raytheon 2,0 und Pfizer 0,4 Prozent im Minus.

Im Minus lagen die Aktien jener Unternehmen, denen zuletzt Interesse am Kauf von Tiktok nachgesagt wurde oder die dieses bekundet hatten. Mit der neuen Vorgabe aus China dürfte ein Kauf komplizierter werden. Walmart gaben um 1,0, Oracle um 1,2 und Microsoft um 1,5 Prozent nach.

Amazon gewannen 1,4 Prozent. Der Online-Versandhändler Amazon hat nach eigenen Angaben eine Erlaubnis der US-Flugsicherheitsbehörde für Paket-Zustellungen mit Drohnen erhalten. Das Lieferunternehmen UPS bekam bereits im vergangenen Jahr die Erlaubnis von US-Behörden, eine "Drohnen-Fluglinie" zu betreiben.

Eine Kursexplosion um über 170 Prozent erlebten Aimmune Therapeutics, befeuert von einem Übernahmeangebot von Nestle. Die Schweizer sind an Aimmunes Medikament Palforzia gegen Erdnussallergie interessiert und bewerten das Unternehmen insgesamt mit 2,6 Milliarden Dollar.

Der Dollar war weiter auf dem Weg nach unten, der Index gab um 0,2 Prozent nach. Der Euro stand mit 1,1935 zuletzt nicht weit entfernt von seinem Jahreshoch bei 1,1966 Dollar. Auf den höchsten Stand seit Mai 2019 ist derweil der Yuan gegenüber dem Dollar gestiegen. Der Dollar leidet weiter unter den jüngsten Beschlüssen der US-Notenbank, die deren geldpolitisch lockeren Kurs untermauern.

Der schwächere Dollar stützte die Preise der in Dollar gehandelten Rohstoffe kaum. Das Barrel US-Rohöl der Sorte WTI verbilligte sich um 0,3 Prozent. Händler verwiesen auf Angaben der US-Energiebehörde, wonach die Ölproduktion in den USA im Juni zum Mai um 4,2 Prozent gestiegen war. Der Goldpreis zog leicht an, Beobachter verwiesen auf höhere Inflationserwartungen als tendenziell stützend.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ