Wirtschaft
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Freitag, 06. Juli 2018

Gute Jobdaten beflügeln: US-Börsen gehen mit Plus ins Wochenende

Der amerikanisch-chinesische Handelsstreit natürlich Thema an der New Yorker Wall Street. Allerdings erfreuen sich die Anleger am brummenden US-Jobmotor. Mit Dow und Co. geht es am letzten Handelstag der Woche bergauf.

Ein brummender Jobmotor in den USA hat die Wall Street trotz des Showdowns im Handelsstreit mit China zum Wochenausklang angetrieben. Daten vom Arbeitsmarkt dämpften die Sorgen, dass die US-Notenbank Fed wegen einer anziehenden Inflation aggressivere Zinserhöhungen ins Auge fassen könnte. Ein großer Bremsklotz an den Börsen blieb aber der Handelsstreit zwischen den USA und China.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte um 0,4 Prozent zu und schloss bei 24.456 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,9 Prozent auf 2760 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg 1,3 Prozent auf 7688 Stellen. Auch an Europas Börsen ging es bergauf: Der Dax schloss 0,3 Prozent höher bei 12.496 Punkten. Der EuroStoxx50 rückte 0,2 Prozent vor. Mehr dazu lesen Sie hier.

Im Juni wurden in den USA 213.000 neue Stellen geschaffen und damit deutlich mehr als von Analysten erwartet. Zugleich milderte das moderate und etwas geringer als erwartet ausgefallene Wachstum der Stundenlöhne von 0,2 Prozent die Angst vor einem starken Anstieg des Inflationsdrucks. Damit dürfte die Fed an ihrem Kurs allmählicher Zinserhöhungen festhalten. "Die heutige Zahl deutet nicht wirklich darauf hin, dass der Lohndruck außer Kontrolle gerät, das ist positiv für den Markt", sagte Marktstratege Anthony Saglimbene vom Broker Ameriprise Financial Services.

Für Verunsicherung sorgte weiter der Handelsstreit zwischen den USA und China. Kurz nachdem US-Zölle auf chinesische Warenimporte im Volumen von 34 Milliarden Dollar am Freitag erhoben wurden, begann China mit Vergeltungsmaßnahmen im selben Umfang. "Man kann das mit einem Boxkampf vergleichen, in dem jetzt die erste Runde eingeläutet wurde", sagte Anlagestratege Norihiro Fujito vom Brokerhaus Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. Ein Handelskrieg sei nun Realität geworden. Beide Regierungen seien überzeugt, am längeren Hebel zu sitzen, betonte Anlagestratege Ulrich Stephan von Deutsche Bank. "Ein Ausweg fehlt momentan. Die Märkte dürften daher weiter nervös auf jede Aussage zum Handelsstreit reagieren."

Auf Unternehmensseite ragte Biogen heraus. Positive Studienergebnisse bei einem Alzheimer-Medikament beflügelten die Aktien des US-Pharmakonzerns. Sie stiegen um 19,2 Prozent und waren auf Kurs für ihren größten Tagesgewinn seit einem Jahrzehnt.

Quelle: n-tv.de