Wirtschaft
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Mittwoch, 25. April 2018

Anleger bleiben nervös: US-Börsen kommen kaum vom Fleck

An der Wall Street wird weiter das Thema Zinswende gespielt. Vor allem das Tempo des Anstiegs der Marktzinsen bereitet Sorgen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen hält sich derweil hartnäckig über der psychologisch wichtigen Drei-Prozent-Marke.

Die steigenden Renditen am US-Anleihenmarkt haben den Anlegern an der Wall Street erneut Kopfzerbrechen bereitet. Angesichts der hohen Bewertungen der US-Aktien blieben viele Anleger nervös, sagten Händler. Zudem böten die Staatsanleihen nun eine attraktive und relativ sichere Alternative zu den ohnehin recht teuren Aktien. "Wir haben es an den Börsen gerade mit der unheilvollen Entwicklung hoch bewerteter Aktien zu tun, die sich gegen steigende Zinsen am Rentenmarkt behaupten müssen", sagte Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets.

Im späten Handel stützten jedoch Hoffnungen auf starke Bilanzdaten die Kurse. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent höher auf 24.083 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte ebenfalls um 0,2 Prozent auf 2639 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich dagegen um 0,1 Prozent auf 7003 Punkte.

Die Rally der vergangenen Jahre am Aktienmarkt war vor allem durch die ultralockere Geldpolitik der Notenbanken befeuert worden. Die US-Notenbank dreht inzwischen wieder an der Zinsschraube. Viele Anleger fürchten, dass die Währungshüter im Falle einer stärkeren Inflation die Zinsen schneller erhöhen könnten als erwartet.

Bei den Einzelwerten fiel Twitter um 2,4 Prozent, obwohl der Kurznachrichtendienst das zweite Quartal in Folge schwarze Zahlen schrieb. Boeing-Aktien waren mit einem Plus von 4,2 Prozent die größte Stütze für den Dow. Der Airbus-Rivale verdiente im ersten Quartal mehr als erwartet und hob seine Prognose an.

Comcast versetzt Murdoch einen Dämpfer

Gefragt waren die Anteilsscheine von Comcast mit einem Aufschlag von 2,7 Prozent. Der US-Kabelnetzbetreiber versetzte im Bieterwettkampf um den britischen Bezahlfernsehsender Sky Medienmogul Rupert Murdoch einen empfindlichen Dämpfer. Der US-Konzern legte offiziell sein bereits angekündigtes 31 Milliarden Dollar schweres Gebot vor und zog damit die Bezahlfernsehkette auf seine Seite.

Die anziehenden Renditen der US-Staatsanleihen lösten auch an den europäischen Aktienbörsen Gewinnmitnahmen aus. Der Dax fiel um ein Prozent auf 12.422 Zähler. Der EuroStoxx50 verlor 0,7 Prozent auf 3485 Punkte. An der New York Stock Exchange wechselten rund 790 Millionen Aktien den Besitzer. 1355 Werte legten zu, 1793 gaben nach, und 215 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,99 Milliarden Aktien 1224 im Plus, 1678 im Minus und 239 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 12/32 auf 97-21/32. Die Rendite stieg auf 3,03 Prozent. Der 30-jährige Bond sank um 24/32 auf 95-31/32 und rentierte mit 3,21 Prozent.

Quelle: n-tv.de