Marktberichte

Pause nach Rekordjagd US-Börsen kommen kaum vom Fleck

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Die Stimmung an der Wall Street war am Montag eher abwartend.

(Foto: AP)

Zu Wochenbeginn zeigt die Wall Street keine klare Tendenz. Zu den Sorgen wegen der sich ausbreitenden Delta-Variante kommen Inflationserwartungen. Grund ist der überrachend stark ausgefallene Arbeitsmarktbericht.

Nach ihrem Rekordlauf am Freitag haben der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial und der S&P 500 zum Wochenstart leicht nachgegeben. Der Dow verlor am Montag 0,30 Prozent auf 35.101,85 Punkte. Der marktbreite S&P sank um 0,09 Prozent auf 4432,35 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 legte zugleich um 0,16 Prozent auf 15 133,11 Punkte zu.

Vor dem Wochenende hatte der stark ausgefallene Arbeitsmarktbericht für den Monat Juli weiteren Auftrieb gegeben. Die robusten Daten haben aber auch eine Kehrseite. "Es zeichnet sich mehr und mehr ab, dass die US-Notenbank im vierten Quartal die geldpolitische Wende einleitet", schreibt die Commerzbank. Sollte die Fed bald tatsächlich einen restriktiveren Kurs einschlagen, könnten Anleihen mit der Aussicht auf steigende Zinsen im Vergleich zu Aktien in einem zunehmend günstigeren Licht erscheinen.

Microsoft
Microsoft 260,65

Im Dow erklommen die Anteile von Microsoft ohne Nachrichten ein Rekordhoch bei 291,55 US-Dollar, gaben dann allerdings ihre Gewinne wieder vollständig ab. Mit minus 0,4 Prozent beendeten sie den Handel. Die Öl-Aktie Chevron zählte mit minus 1,7 Prozent zu den schwächsten Werten. Nachdem die Ölpreise bereits am Freitag kräftig abgesackt waren, setzte sich die Entwicklung am Montag fort. Weiterhin belastete nach den starken Arbeitsmarktdaten der Dollar-Auftrieb.

Für Biontech ging es an der Nasdaq angesichts stärker als erwartet ausgefallener Umsatz- und Ergebniszahlen im abgelaufenen Quartal um 15,0 Prozent nach oben auf ein Rekordhoch. Seit Mitte Juli hat sich der Aktienkurs inzwischen mehr als verdoppelt. Moderna profitierten mit und zogen sogar um 17,1 Prozent nach oben. Auch sie erreichten einen Höchststand. Zuvor hatte der Modernas Corona-Impfstoff eine vorläufige Zulassung in Australien erhalten.

Moderna Inc.
Moderna Inc. 128,66

Ansonsten standen noch die Papiere von Carlyle im Blick, die um 1,2 Prozent nachgaben. Der US-Finanzinvestor will den Münchner Verkehrstechnikspezialisten Schaltbau übernehmen. Ziel sei eine strategische Partnerschaft zur Unterstützung der Wachstums- und Investitionsstrategie von Schaltbau, hieß es. Carlyle kündigte ein Angebot von 53,50 Euro je Aktie an, was 32 Prozent über dem Schlusskurs der Schaltbau-Aktie vom Freitag lag. Außerdem will Carlyle den britischen Inhalator-Spezialisten Vectura kaufen, der auch vom Tabakkonzern Philip Morris umworben wird. In dem Übernahmerennen legte nun zuletzt Philip Morris (-0,01 Prozent) nach und übertrumpfte die jüngste Offerte von Carlyle. Die zuständige britische Regulierungsbehörde entschied, dass eine formelle Auktion darüber entscheiden soll, wer den Zuschlag erhält. Das entsprechende Verfahren beginnt an diesem Dienstag.

Der Euro gab im US-Handel weiter nach und sackte zum Börsenschluss an der Wall Street mit 1,1737 Dollar auf das tiefste Niveau seit Anfang April. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1761 (Freitag: 1,1807) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8503 (0,8470) Euro. Am US-Rentenmarkt gab der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) zuletzt um 0,22 Prozent auf 133,70 Punkte nach. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen stieg im Gegenzug auf 1,33 Prozent.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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