Marktberichte

GM überzeugt Anleger US-Börsen warten auf Handelsvereinbarung

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(Foto: picture alliance/dpa)

Anleger an der Wall Street zeigen sich nach der Rede zur Lage der Nation von US-Präsident Donald Trump leicht ernüchtert. Händler räumen ein, dass der Einfluss der Trump-Rede eher begrenzt ist. Im Fokus steht nun vor allem wieder die Berichtssaison und die Hoffnung auf eine Vereinbarung mit China.

An der Wall Street haben die Anleger eine Verschnaufpause eingelegt. "Die Markterholung war sehr stark, und hier geht uns ein bisschen der Schwung aus", sagte Rick Meckler, Partner beim Anlageberater Cherry Lane Investments. "Der heutige Rückgang sind ganz normale Gewinnmitnahmen nach Wochen mit Kursgewinnen", ergänzte er. "Der nächste wirklich große Schritt wäre irgendeine Handelsvereinbarung mit China."

Der Dow-Jones-Index verlor 0,1 Prozent auf 25.390 Punkte. Für den S&P-500 ging es um 0,2 Prozent auf 2.732 Punkte nach unten. Der Nasdaq-Composite fiel um 0,4 Prozent auf 7.375 Punkte. Der Umsatz fiel auf 792 (Dienstag: 839) Millionen Aktien. Dabei standen sich an der Nyse 1.184 (1.850) Kursgewinner und 1.769 (1.080) -verlierer gegenüber, während 100 (112) Titel unverändert schlossen.

Dow Jones
Dow Jones 25.610,00

Trump habe in seiner Rede an seinen grundsätzlichen Überzeugungen zum Handelskonflikt mit China und der von ihm gewünschten Grenzmauer zu Mexiko festgehalten. Er habe aber keine Drohungen zur Ausrufung des nationalen Notstands zur Finanzierung der Mauer wiederholt, hieß es bei der Danske Bank. Und wichtig sei, dass es wenig Bezug auf die laufenden Handelsgespräche zwischen China und USA gegeben habe. "Investoren sind auf ein paar Dinge fixiert: Wirtschaftliche Probleme und den Handelskrieg", fasste Chefanalyst Carlo Alberto De Casa von Activtrades die Stimmung zusammen. Hoffnung auf Lösung im Handelskonflikt bleibt

Trotz neuer Drohungen Trumps gegen China hoffen Anleger noch immer auf eine Lösung des Streits bis zum Fristende des Stillhalteabkommens am 1. März. Die Gespräche gehen kommende Woche auf Ministerebene weiter. Allerdings ist Trump derzeit nicht bereit, seinen chinesischen Amtskollegen Xi Jinping zu treffen. Die Hoffnung auf ein solches Gipfeltreffen hatte den Optimismus jüngst entscheidend genährt. Dass das Defizit in der US-Handelsbilanz im November spürbar geringer ausgefallen ist als befürchtet, wurde positiv aufgenommen - nimmt es doch Trump bei seiner protektionistischen Politik etwas Wind aus den Segeln.

Abseits der großen Themen interessierten sich viele Anleger mehr für die Berichtssaison. Dabei zeigten sich Snap auffällig, die Aktie haussierte um 22 Prozent. Der Betreiber Sozialer Medien hat einen deutlich geringeren Verlust als im Vorjahreszeitraum gemeldet. Analysten waren zudem von einem signifikant höheren Fehlbetrag ausgegangen. Der Aktienkurs von Walt Disney verlor 1,1 Prozent. Der Unterhaltungskonzern hat im ersten Geschäftsquartal die Erwartungen der Experten bei Ergebnis und Umsatz übertroffen, allerdings mit steigenden Kosten zu kämpfen.

General Motors (GM)
General Motors (GM) 35,12

General Motors zogen um 1,6 Prozent an. Der Autobauer hat im vierten Quartal zwar am Heimatmarkt gepunktet. Der Absatzeinbruch in China hat aber das Ergebnis verhagelt. Dennoch schnitt der Konzern deutlich besser ab als am Markt erwartet. Electronic Arts brachen um 13 Prozent ein. Der Hersteller von Video- und Computerspielen hat die Schätzungen verfehlt. Microchip Technology stiegen um 7,3 Prozent. Der Halbleiterhersteller ist im dritten Geschäftsquartal in die Gewinnzone zurückgekehrt, die Marktprognosen zum Ergebnis wurden geschlagen.

Um 11,6 Prozent nach oben ging für Skyworks Solutions. Der Halbleiterkonzern hat ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 2 Milliarden Dollar angekündigt. Zudem legte das Unternehmen Erstquartalszahlen vor. Anadarko Petroleum gaben 3,6 Prozent nach. Das bereinigte Ergebnis des Energieunternehmens lag im vierten Quartal unter den Markterwartungen.

Spotify
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Zendesk schnellten um 5,5 Prozent empor. Das Quartalsergebnis und der Ausblick des Software-Unternehmens haben die Markterwartungen übertroffen. Der weltgrößte Musikstreamingdienst Spotify hat erstmals in einem Viertquartal operativ schwarze Zahlen verbucht, doch fiel die Aktie um 2,8 Prozent. Im Gesamtjahr 2018 schrieb Spotify weiter rote Zahlen. Außerdem verfehlte der Umsatz die Hoffnungen des Marktes. Boston Scientific zogen um 2,7 Prozent an. Der Medizintechnikanbieter hat im vierten Quartal einen unerwartet hohen Gewinn verbucht. Auch der Umsatz übertraf die Erwartung der Analysten.

Kaum bewegt zeigte sich die Apple-Aktie nach der Nachricht, dass die langjährige Vertriebschefin das Unternehmen verlässt. Apple hat derzeit mit sich abschwächenden Absätzen seines wichtigsten Produkts, dem iPhone, zu kämpfen. Für Eli Lilly ging es um 1 Prozent abwärts, nachdem der Pharmakonzern nach Zahlen den Ausblick für 2019 gesenkt hat.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 69,26

Am Erdölmarkt kam es im Verlauf zu einer Erholung: US-Leichtöl der Sorte WTI verteuerte sich zum Settlement um 0,7 Prozent auf 54,01 Dollar, Nordseeöl der Sorte Brent um 1,1 Prozent auf 62,65 Dollar je Fass. Die US-Rohöllagerbestände sind weniger gestiegen als erwartet; dasselbe gilt für die Benzinbestände.

Am Devisenmarkt stieg der ICE-Dollarindex um weitere 0,3 Prozent. Händler sahen in den Aussagen Trumps kaum Impulse für den Greenback. Der australische Dollar wertete indes kräftig ab, nachdem der australische Notenbankgouverneur Philip Lowe einen neutralen geldpolitischen Kurs angekündigt hat. Damit dürften Zinserhöhungen vom Tisch sein. Der Euro neigte zur Schwäche. Dazu trug ein schwach ausgefallener Auftragseingang der deutschen Industrie bei. Der Euro wurde im späten Geschäft mit 1,1367 Dollar bewertet verglichen mit rund 1,1405 am Vorabend.

Gold war mit 1.307 Dollar je Feinunze 0,7 Prozent günstiger zu haben - Händler verwiesen auf steigende Dollarkurse. Damit fiel der Preis nun schon seit vier Sitzungen in Folge. Längerfristig dürften aber die Bullen das Zepter übernehmen, glauben Analysten. Die Zinserhöhungspause in den USA und die Aussicht auf spätere Zinsanhebungen in Europa spielten den Gold-Bullen in die Karten

Quelle: n-tv.de, jki/DJ/rts