Marktberichte

Die gewohnte Zurückhaltung Überrascht die Fed die Wall Street?

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(Foto: AP)

Fed-Chefin Yellen ist wieder am Zug. Erhöht sich unerwartet bereits jetzt den US-Leitzins? Oder gibt es weitere Signale für Dezember? Das beschäftigt die Anleger an der Wall Street, die erneut Rekorde verbucht - und Impulse von der Berichtssaison erhält.

Anleger haben am Dienstag die gewohnte Zurückhaltung vor den wichtigen Aussagen der US-Notenbank zur Wochenmitte gezeigt. Zwar galt es als ausgemachte Sache, dass die Fed den Weg für eine Dezember-Zinserhöhung bereiten wird, doch wagten sich Anleger nicht aus der Deckung. Es wäre die dritte Erhöhung in diesem Jahr. Die aktuelle Sitzung ist eine der letzten Möglichkeiten, diesen Zinsschritt in großem Rahmen anzukündigen. Für die Sitzung im Dezember wurde eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 97 Prozent angenommen. Anleger schielten aber auch bereits auf den Wochenschluss, wenn der nicht minder bedeutsame Arbeitsmarktbericht für Oktober ansteht.

"Wir drücken heute offensichtlich den Pausenknopf. Es dürfte sehr ruhig bleiben bis zu den Entscheidungen der Fed morgen", sagte Rentenstratege Guy LeBas von Janney Montgomery Scott auch mit Blick auf den Anheihemarkt. Der Dow-Jones-Indes gewann 0,1 Prozent auf 23.377 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite legten um 0,1 bzw. 0,4 Prozent zu. Letzterer markierte ein weiteres Allzeithoch. Im Oktober verbuchte der Dow ein Plus von über 4 Prozent und damit den höchsten Monatsaufschlag seit Februar.

Steigende Arbeitskosten verstimmen

Wie sehr die Wall Street im Bann der Federal Reserve stand, zeigte die ausgebliebene Marktreaktion auf exzellente Daten. Der wichtige Einkaufsmanagerindex für Chicago fiel klar besser als erwartet aus. Die Stimmung der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago schnellte auf den höchsten Stand seit März 2011. Aber auch die Verbraucher zeigten sich gut gelaunt. Denn das Verbrauchervertrauen und damit die für das US-BIP so wichtige Konsumneigung lag im Oktober ebenfalls deutlich über Markterwartung und erreichte das höchste Niveau seit 17 Jahren. Doch zeigten die Aktienmärkte auch hier kaum eine Regung.

Vielleicht sorgten steigende Arbeitskosten für etwas Verstimmung: diese zogen zwar wie erwartet an, sie beschleunigten sich jedoch auf Quartalssicht. Insbesondere die zuletzt schwache Lohnentwicklung hatte die Fed jüngst immer wieder von forscheren Straffungen der Geldpolitik abgehalten.  Apple wieder auf Allzeithoch

Pfizer verdient mehr

Neben der Fed interessierte vor allem die laufende Berichtssaison. Der US-Pharmakonzern Pfizer hatte im dritten Quartal mehr verdient als erwartet und seine Gewinnprognose für das laufende Jahr angehoben. Die Aktie verlor 0,3 Prozent, die eingeengte Umsatzprognose wurde als leichte Senkung interpretiert. Für die Aktie von Mondelez ging es um 5,4 Prozent nach oben. Der US-Lebensmittelkonzern hatte erstmals seit Juni 2012 einen gestiegenen Quartalsumsatz gemeldet.

Die Apple-Aktie baute ihre Vortagesgewinne aus und kletterte um weitere 1,4 Prozent. Die Aktie markierte damit ein weiteres Rekordhoch. Gute Umsätze und Verkaufszahlen für das iPhone in China beflügelten den Kurs des Technologiegiganten wie schon am Vortag. Dazu gesellte sich eine Hochstufung auf "Buy" von Piper Jaffray. Die Analysten riefen ein Kursziel von satten 200 Dollar aus, der Kurs schloss bei 169,04 Dollar. Under Armour brachen dagegen um 23,7 Prozent ein. Der US-Sportartikelhersteller hatte eine Gewinnwarnung abgegeben.

Die Qualcomm-Aktie stürzte um 6,7 Prozent ab. Apple wird ihre iPhones und iPads künftig möglicherweise ohne Komponenten des Chipherstellers fertigen. Wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichteten, plant Apple stattdessen lediglich mit Halbleitern von Intel und möglicherweise auch von MediaTek. Intel stiegen um 2,5 Prozent. Mosaic-Aktien haussierten um 7,1 Prozent. Höhere Preise für Kalisalz und Phosphate bescherten dem Düngemittelkonzern eine starke Gewinnentwicklung.  

Quelle: n-tv.de, bad/DJ

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