Wirtschaft
Die Woche geht für diese Herren an der Wall Street mit einem Plus zu Ende.
Die Woche geht für diese Herren an der Wall Street mit einem Plus zu Ende.(Foto: AP)
Freitag, 03. August 2018

Apple-Rallye ist vorbei: Wall Street beendet Woche mit Plus

An der Wall Street endet die Woche versöhnlich. Die Risiken des Handelsstreits seien eingepreist, sagt ein Händler, es könne praktisch nur aufwärts gehen.

Zum Wochenausklang haben die Aktienkurse an der Wall Street nochmals etwas zugelegt, nachdem neue Konjunkturdaten Zinsängste zerstreut hatten. Die jüngste verbale Eskalation im Handelsstreit schien derweil den Markt nicht zu belasten, denn die Kontrahenten haben ihren Drohungen bislang keine Taten folgen lassen.

Der Dow-Jones-Index stieg um 0,5 Prozent auf 25.463 Punkte. Der S&P-500 gewann ebenfalls 0,5 Prozent. Der Nasdaq-Composite schloss 0,1 Prozent höher. Umgesetzt wurden 703 (Donnerstag: 766) Millionen Aktien. Auf 1.755 Kursgewinner kamen 1.212 -verlierer. Unverändert schlossen 97 Titel.

Wie sich der Dax zum Wochenende schlug, lesen Sie hier.

Arbeitsmarkt heizt Zinsdebatte nicht an

In den USA sind im Juli weniger Stellen geschaffen worden als erwartet, die Arbeitslosenquote ging zurück und die Löhne stiegen moderat. Allerdings wurden die Daten für die beiden Vormonate nach oben revidiert, so dass sich das Bild einer nach wie vor guten Beschäftigungslage zeigte. Die Einkaufsmanagerindizes von ISM und Markit für den Servicesektor verfehlten zwar in der zweiten Lesung im Juli die Erwartungen, bewegten sich aber immer noch auf hohem Niveau.

Mit den Daten dürfte die Diskussion über eine stärkere Straffung der Geldpolitik in den USA bis auf Weiteres erlahmen. Die US-Notenbank hat bereits zur Wochenmitte klar gesagt, dass sich die US-Konjunktur in einer starken Verfassung befindet.

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Der jüngste Arbeitsmarktbericht zeige, dass die Wirtschaft immer noch gut laufe und dass auch in der Spätphase des Konjunkturzyklus noch Arbeitsplätze geschaffen würden, sagte Michael Antonelli, Aktienhändler bei Robert W. Baird. Gleichzeitig stiegen Umsätze und Gewinne der Unternehmen um zweistellige Prozentsätze.

Antonelli sprach mit Blick auf den Handelskrieg von "asymmetrischen Risiken": Eigentlich könne der Markt nur nach oben laufen, denn alle schlechten Nachrichten seien schon eingepreist. Wenn es nun zu einer Einigung mit China käme, würden die Kurse steigen, prognostizierte er.

Vielleicht ließ deshalb die Ankündigung neuer chinesischer Strafzölle auf US-Importe im Volumen von 60 Milliarden Dollar den US-Markt kalt? Hierbei handele es sich um eine Art Vorankündigung, sollte US-Präsident Donald Trump seine Drohung in die Tat umsetzen und die US-Strafzölle auf China-Importe im Volumen von 200 Milliarden Dollar auf 25 statt bislang 10 Prozent anheben, hieß es im Handel.

Berichtssaison läuft weiter auf vollen Touren

Nachdem Apple nach einer zweitägigen Rally im Nachklapp auf überzeugende Geschäftszahlen am Vortag zwischenzeitlich erstmals mit über 1 Billion Dollar bewertet worden war, schienen es die Anleger ruhiger angehen zu lassen. Die Titel des Technologiegiganten legten um 0,3 Prozent zu.

Für Gopro ging es um 17,7 Prozent nach oben. Der Spezialkamerahersteller verringerte seinen Quartalsverlust und steigerte den Umsatz. Beides fiel besser aus, als Analysten geschätzt hatten. Um 7,8 Prozent rauschten Symantec gen Süden. Das auf Netzsicherheit spezialisierte Technologieunternehmen hat mit seinem Ausblick die Erwartungen verfehlt. Die Erstquartalszahlen fielen dagegen einen Tick besser als erwartet aus.

Take-Two Interactive Software schnellten um 9 Prozent empor nach guten Geschäftszahlen. Der Hersteller des populären Videospiels Grand Theft Auto erhöhte zudem seinen Ausblick.
Der Kurs des Konkurrenten Activision Blizzard fiel dagegen nach Quartalsausweis um 3,7 Prozent. Das Unternehmen steigerte zwar Gewinn und Umsatz, allerdings sank die Zahl der aktiven Nutzer.

Am Rentenmarkt geriet die wichtige Renditemarke von 3,00 Prozent bei zehnjährigen US-Staatsanleihen wieder etwas außer Reichweite. Analysten sagten, die Stundenlöhne hätten schon um mindestens 0,4 Prozent auf Monatssicht steigen müssen, um die Rendite über 3 Prozent zu hieven. Auch die jüngste Entwicklung im Zollstreit habe die Anleiherenditen gedrückt. Die Zehnjahresrendite fiel um 3 Basispunkte auf 2,95 Prozent.

Am Devisenmarkt neigte der Dollar mit den Daten nur kurz zur Schwäche, der Euro gab seine ohnehin mageren Aufschläge bald wieder ab und fiel zurück unter die Marke von 1,16 Dollar. Im späten US-Handel ging die Einheitswährung mit etwa 1,1570 Dollar um.
Der Goldpreis zog mit den Wirtschaftsdaten an und stieg um 0,5 Prozent auf 1.214 Dollar je Feinunze. Händler sprachen von Erleichterung darüber, dass die Daten keine neuen Zinserhöhungsspekulation auslösten.

Die Ölpreise fielen nach der Erholung vom Donnerstag wieder zurück. Immerhin erholten sie sich von ihren Tagestiefs, als Daten des Öldienstleisters Baker Hughes einen Rückgang der US-Ölförderung indizierten. Demnach verringerte sich die Zahl der in Betrieb befindlichen Ölförderanlagen in der laufenden Woche um zwei auf 859. Die Entwicklung passt zu Daten, die die US-Regierung zuvor in dieser Woche veröffentlicht hatte. Aus diesen ging hervor, dass die Ölförderung in den USA zuletzt knapp unter 11 Millionen Barrel pro Tag verharrte, nachdem sie Anfang des Jahres kräftig gestiegen war. Das könnte ein Hinweis sein, dass die Fördermengen etwas abnehmen. US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 68,49 Dollar 0,7 Prozent weniger als am Vorabend, europäisches Referenzöl der Sorte Brent verbilligte sich um 0,3 Prozent auf 73,21 Dollar.

Quelle: n-tv.de