Marktberichte

Dow Jones schließt mit Plus Wall Street fängt sich nach Corona-Absturz

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(Foto: imago images/UPI Photo)

Nach dem Corona-Absturz erholen sich die US-Börsen leicht. Vor allem die kräftigen Gewinne im Bankensektor sorgen beim Leitindex für Aufschwung. Allerdings haben die Anleger den Handelsstreit mit China weiterhin auf dem Schirm.

Nach dem jüngsten Kursrutsch haben Anleger die Gelegenheit zum Wiedereinstieg in den US-Aktienmarkt genutzt. Der Standardwerteindex Dow Jones stieg nach anfänglichen Verlusten um 1,1 Prozent auf 25.745 Punkte. Der technologielastige Nasdaq und der breit gefasste S&P 500 legten je rund ein Prozent zu, nachdem alle drei am Mittwoch mehr als zwei Prozent verloren hatten.

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Vor allem Finanzwerte legten zu. Hintergrund sind Erleichterungen bei den Regulierungen, die großen Banken mit umfangreichen Handels- und Investment-Portfolios das Leben leichter machen. Der S&P-Financial-Index stieg um 2,7 Prozent. "Offenbar benötigt der Markt neue Richtungsvorgaben", sagte JJ Kinahan, Chef-Anlagestratege des Brokerhauses TD Ameritrade. So seien die steigenden Infektionszahlen in den USA zwar kein Grund für einen größeren Ausverkauf. "Ohne neue Impulse, die Anleger optimistisch stimmen, wird es aber auch nicht deutlich aufwärts gehen." Die US-Börsen notieren dank der billionenschweren Konjunkturhilfen von Notenbank Fed und Regierung aktuell rund 40 Prozent über ihren Tiefs vom März.

Die im Tagesverlauf vorgelegten US-Konjunkturdaten zeichneten ein uneinheitliches Bild vom Gesundheitszustand der weltgrößten Volkswirtschaft. In der vergangenen Woche stellten fast 1,5 Millionen Amerikaner Anträge auf US-Arbeitslosenhilfe. Experten hatten mit 1,3 Millionen gerechnet. Dagegen wuchsen die Auftragseingänge für langlebige Güter im Mai um überraschend starke 15,8 Prozent. Letzteres gab dem Ölpreis Rückenwind. Die US-Sorte WTI verteuerte sich nach anfänglichen Verlusten um 2,7 Prozent auf 39,04 Dollar je Barrel (159 Liter). Investoren hofften darauf, dass trotz der steigenden Infektionszahlen erneute drastische Pandemie-Restriktionen vermieden werden könnten, sagte Analyst Gene McGillian von der Beratungsfirma Tradition Energy.

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Kopfschmerzen bereiteten Investoren die wieder wachsenden Spannungen zwischen den USA und China sowie neue Strafzoll-Drohungen in Richtung Europa, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. "Das Weiße Haus hätte keinen besseren Zeitpunkt finden können, um neue Schreckensnachrichten für die Börsen zu produzieren." Vor diesem Hintergrund blieb die "Antikrisen-Währung" Gold auf Tuchfühlung mit ihren Acht-Jahres-Hoch vom Vortag. Sie kostete 1763 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Zu den Verlierern zählte Walt Disney mit einem Kursverlust von bis zu 1,6 Prozent. Der Unterhaltungskonzern verschiebt wegen der steigenden Corona-Infektionen in Kalifornien die Wiedereröffnung des dortigen Freizeitparks Disneyland. Die Aktien von Accenture stiegen dagegen zeitweise um knapp acht Prozent auf ein Rekordhoch von 217,85 Dollar. Der Quartalsumsatz und der Gewinn des Unternehmensberaters hätten die Markterwartungen übertroffen, schrieb Analyst Bryan Bergin vom Vermögensverwalter Cowen. Der Ausblick auf das laufende Quartal falle allerdings gemischt aus.

Quelle: ntv.de, mba/rts

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