Marktberichte

Kursfeuerwerk dank Rettungspaket Wall Street feiert beste drei Tage seit 1933

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Die Wall Street feiert Rekord-Tage.

(Foto: AP)

Beflügelt von dem billionenschweren Hilfspaket der Trump-Regierung, klettern die Wert an der Wall Street enorm - der Dow legt stolze sechs Prozent zu. Binnen weniger Tage erobert er 4000 Punkte zurück.

Die Erholung am US-Aktienmarkt hat sich den dritten Tag in Folge mit Schwung fortgesetzt. Weiter Auftrieb gaben ein inzwischen verabschiedetes billionenschweres Konjunkturpaket sowie Aussagen der US-Währungshüter. Die Bereitschaft, die Wirtschaft angesichts der Coronavirus-Krise mit allen Mitteln zu stützen, sei enorm. Das ließ die Anleger wieder zunehmend zuversichtlicher werden.

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Zwar muss das Repräsentantenhaus noch zustimmen, doch dies dürfte keine Hürde sein. Freilich bestehen Zweifel, dass die Summe aller Hilfsprogramme weltweit überhaupt finanziert werden kann. Der Dow-Jones-Index gewann 6,4 Prozent auf 22.552 Punkte, der S&P-500 legte um 6,2 Prozent zu, der Nasdaq-Composite um 5,6 Prozent zu. US-Medien zufolge erlebt die Wall Street damit ihren besten Drei-Tages-Lauf seit 1933. Seit Montag hat der Dow Jones demnach 20 Prozent zugelegt und hält Kurs auf seine beste Woche der Börsengeschichte.

Unabhängig von der Finanzierbarkeit wurde aber auch deutlich, wie sehr das Billionen-Paket gebraucht wird. Denn die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung explodierten förmlich auf knapp 3,3 Millionen nach 281.000 in der Vorwoche. Die Prognose hatte nur bei 1,5 Millionen Anträgen gelegen. Allerdings gab es auch Befürchtungen in der Größenordnung von 4 Millionen. Angesichts der Hire- and Fire-Praxis in den USA wurden die Daten zudem als lediglich kurzfristiger Indikator gesehen. Auch Finanzminister Steven Mnuchen äußerte die Hoffnung, dass mit den staatlichen Maßnahmen bald wieder Einstellungen erfolgen.

Geldschwemme, Dollarschwäche und die Suche nach Sicherheit in wirtschaftlichen Krisenzeiten befeuerten den Goldpreis. Die Feinunze verteuerte sich um 1,1 Prozent auf 1.630 Dollar. Das ungehemmte Anwerfen der Gelddruckmaschinen bei den Notenbanken dürfte den meisten Marktteilnehmern klar gemacht haben, dass ihre Zahlungsmittel bald nicht mehr viel wert sein werden. Die drohende Inflation spielt dem Gold in die Karten.

Apple und Boeing gefragt

Die schwachen Arbeitsmarktdaten dürften ein Vorbote einer sinkenden Benzin- und Erdölnachfrage sein. US-Leichtöl der Sorte WTI gab je Fass 5,6 Prozent auf 23,12 Dollar nach, europäisches Referenzöl der Sorte Brent büßte 2,5 Prozent auf 26,71 Dollar ein.

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Unter den Einzelaktien stiegen Apple um 5,3 Prozent mit dem festen Gesamtmarkt. Vorbörslich hatte es noch nach Verlusten ausgesehen. Denn die Coronavirus-Pandemie könnte bei Apple die geplante Markteinführung neuer Modelle laut einem Bericht verzögern.

Angeführt wurde der Dow-Jones-Index erneut von Boeing. Die Aktie stieg um weitere 13,7 Prozent, in dieser Woche summiert sich das Plus auf rund 90 Prozent. Die Aktie stürzte in der Coronakrise besonders stark ab, nachdem sie bereits zuvor mit ihrer Problemmaschine 737 MAX unter Druck gestanden hatte. Nun profitiert sie von der Hoffnung auf staatliche Hilfen.

Micron Technology zogen um 5,4 Prozent an. Der Gewinn ging im zweiten Quartal zwar massiv zurück, auf bereinigter Basis und je Aktie schnitt Micron aber deutlich besser als von Analysten geschätzt ab. Der Ausblick fiel im Rahmen der kursierenden Schätzungen aus. Groupon gewannen 14 Prozent. Der Online-Marktplatz hatte den Weggang von CEO und COO mitgeteilt.

Quelle: ntv.de, sgu/dpa/DJ