Wirtschaft
Die USA und China: Handelsstreit ja, und dann wieder nicht oder nur in abgespeckter Form. Viel Lärm um nichts? Die Wall Street schaut genau hin.
Die USA und China: Handelsstreit ja, und dann wieder nicht oder nur in abgespeckter Form. Viel Lärm um nichts? Die Wall Street schaut genau hin.(Foto: AP)
Montag, 14. Mai 2018

Wende im Handelsstreit?: Wall Street nimmt positive Signale gierig auf

US-Sanktionen gegen den chinesischen Tech-Riesen ZTE sollen gelockert werden. Das hilft auch den Kursen an der Wall Street auf die Sprünge, vor allem Zulieferer punkten. Gefragt sind aber auch Qualcomm. Xerox-Anleger leiden dagegen.

Spekulationen auf eine Entspannung im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit haben am Montag der Börse in New York Rückenwind gegeben. US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, dass die erst vor kurzem verhängten US-Sanktionen gegen den chinesischen Technologiekonzern ZTE gelockert werden. Experten sprachen von einer unerwarteten Kehrtwende. Handelsminister Wilbur Ross sagte, die Frage sei nun, ob es Alternativen zu den zunächst eingeleiteten Maßnahmen gebe. "Einige der Schlagzeilen deuten darauf hin, dass Trump seinen harten Ton bei den Handelsgesprächen etwas abschwächt", sagte Peter Cardillo, Marktanalyst beim Broker Spartan Capital Securities.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Plus von 0,27 Prozent auf 24.899 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,09 Prozent auf 2730 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ging mit plus 0,11 Prozent bei 7411 Stellen aus dem Handel. Begrenzt wurden die Gewinne im Handelsverlauf durch Verluste von Versorger-, Telekom- und Immobilienaktien. In Frankfurt wagten sich die Anleger vor der nächsten Flut von Quartalsbilanzen kaum aus der Deckung. Der Dax gab 0,2 Prozent auf 12.977 Punkte nach.

Qualcomm hui, Xerox pfui

In New York stiegen Anteilscheine von ZTE-Zulieferbetrieben wie Acacia Communications, Oclaro und Lumentum Holdings um bis zu 8,7 Prozent. Zu den Gewinnern zählten zudem Qualcomm und NXP, die 2,7 beziehungsweise knapp zwölf Prozent zulegten. Das Tauwetter in den chinesisch-amerikanischen Beziehungen weckte auch Spekulationen auf einen baldigen Zusammenschluss der beiden Unternehmen.

Aktien von Spielkasinos und Wettbüros legten nach dem "Ja" des Obersten Gerichtshofes zu Sportwetten kräftig zu. Die Papiere von Caesars Entertainment und Boyd Gaming stiegen um 5,5 und drei Prozent.

Dagegen schickte die abgeblasene Übernahme durch Fujifilm Xerox auf Talfahrt: Die Aktien des Drucker-Herstellers brachen um gut vier Prozent ein.

Quelle: n-tv.de