Marktberichte

Nach düsterer Wochenmitte Wall Street schlägt Erholungskurs ein

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Die USA könnten die Krise so langsam überwunden haben, hoffen die Börsianer.

(Foto: dpa)

An der Wall Street macht sich eine vorsichtig positive Stimmung breit, die US-Wirtschaft sendet ermutigende Signale aus. Doch die Corona-Pandemie mit neuen Lockdowns in Europa und die bevorstehende US-Wahl verbreiten noch immer Unsicherheit auf dem Parkett.

Nach der Talfahrt zur Wochenmitte ist die Wall Street auf Erholungskurs gegangen. Im Handelsverlauf arbeiteten sich die Indizes nach oben, in der Schlussauktion gaben sie wieder einen Teil der Gewinne ab. Händler sahen vor allem eine technische Gegenbewegung nach der bisher rabenschwarzen Wochenbilanz. Ermutigt wurden die Käufer von US-Konjunkturdaten. So ist die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe deutlicher als prognostiziert gesunken. Und die US-Wirtschaftsleistung ist im dritten Quartal mit einem Rekordtempo gewachsen und hat sich von einem Großteil der Pandemieverluste erholt.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,5 Prozent auf 26.659 Punkte, der S&P-500 stieg um 1,2 Prozent. Der technologielastige Nasdaq rückte um 1,6 Prozent vor. Auf Wochenbasis notieren die Indizes allerdings noch klar im Minus. Die weiter rasant steigenden Corona-Neuinfektionen und die beschlossenen neuen Lockdowns vertiefen die Sorgenfalten bei den Investoren. Denn die von vielen erhoffte wirtschaftliche Erholung dürfte damit ins Stocken geraten. Dazu kommt die immer näher rückende US-Wahl. In der nächsten Woche wird sich entscheiden, ob der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden Amtsinhaber Donald Trump ablösen wird. In den Umfragen liegt Biden weiter deutlich in Front.

Die Ölpreise gaben erneut massiv nach und fielen auf den tiefsten Stand seit rund fünf Monaten. Die beschlossenen Lockdowns schürten die Sorge vor einer neuerlichen Rezession und damit einer stark zurückgehenden Ölnachfrage. Auch der jüngste deutliche Anstieg der US-Lagerdaten sorgte für Druck auf den Markt, so ein Teilnehmer. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 3,0 Prozent auf 36,26 Dollar. Brent gab um 3,1 Prozent auf 37,90 Dollar nach.

Für den Goldpreis ging es kräftiger nach unten. Er fiel auf den tiefsten Stand seit rund einem Monat. Händler verwiesen auf den Dollar-Anstieg. Der Preis für die Feinunze reduzierte sich um 0,6 Prozent auf 1.866 Dollar. Die US-Anleihen standen im Schatten des Aktienmarkts und gaben nach. Die zehnjährige Rendite stieg um 6,0 Basispunkte auf 0,83 Prozent.

Ford
Ford 13,55

Bei den Einzelwerten dominierte weiterhin die Berichtssaison. Für die Ford-Aktie ging es nach besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen um 3 Prozent nach oben. Die Visa-Aktie gewann 2,2 Prozent. Das Kreditkartenunternehmen sah in seinem vierten Geschäftsquartal ein gestiegenes Bezahlvolumen, litt allerdings wegen der Corona-Pandemie unter den sinkenden Ausgaben bei internationalen Reisen.

Ebay reduzierten sich um 7,5 Prozent. Der milliardenschwere Verkauf des Kleinanzeigengeschäfts und der E-Commerce-Boom haben dem Online-Marktplatz Ebay ein starkes drittes Quartal beschert. Umsatz und Gewinn legten zu und übertrafen die Erwartungen der Analysten. Zugleich hob Ebay den Jahresausblick an. Für die Verluste machen Händler Gewinnmitnahmen verantwortlich.

Exxon verteuerten sich um 4,5 Prozent. Der Ölkonzern will seine Belegschaft deutlich reduzieren. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen im Laufe des nächsten Jahres 15 Prozent der Stellen weltweit abgebaut werden, darunter 1.900 Jobs in den USA. Der Ölgigant geht 2021 von der Streichung von rund 14.000 Stellen weltweit aus.

Quelle: ntv.de, jog/DJ

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