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Bilanzen trüben Stimmung leicht Wirtschaftswachstum vertröstet US-Anleger

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(Foto: picture alliance/dpa)

Das starke US-Wirtschaftswachstum kann zum Ende der Woche über einige enttäuschende Quartalsausweise hinwegtrösten. Intel und Exxon wären dabei fast zum Spielverderber der US-Anleger geworden.

Gemischt ausgefallene Firmenbilanzen haben die Stimmung an den US-Börsen zum Wochenschluss belastet. Exxon legte schwache Zahlen vor und Intel kappte seine Prognose. Für freundliche Gesichter sorgten indes unerwartet starke US-Daten. Das Bruttoinlandsprodukt stieg zwischen Januar und März auf das Gesamtjahr hochgerechnet um 3,2 Prozent statt wie erwartet um zwei Prozent. Volkswirte sprachen von einer "Riesenüberraschung". Vor allem Investitionen des Staates trieben die Konjunktur an, während der private Konsum nicht mehr so stark zulegte wie zuletzt.

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Der Dow-Jones-Index stieg um 0,3 Prozent auf 26.543 Punkte. Gebremst wurde der Index von der Intel-Aktie, die nach einer Gewinnwarnung abstürzte. Der S&P-500 gewann 0,5 Prozent. Der Nasdaq-Composite legte um 0,3 Prozent zu, an das am Donnerstag im Verlauf markierte Rekordhoch kam der Index aber noch nicht wieder heran.

Intel verloren mehr als zehn Prozent. Der weltgrößte Halbleiter-Anbieter senkte seine Geschäftsziele. Offenbar reagiert das Unternehmen damit auf die unsicheren Konjunkturaussichten, vor allem in China, schrieb Analystin Suji Desilva von der Investmentbank Roth. Ein überraschend deutlicher Gewinneinbruch brockte Exxon einen Kursrückgang von 3,2 Prozent ein. Der größte US-Konzern verdiente im ersten Quartal nur noch halb so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Aufwärts ging es indes für Ford mit einem Kursplus von 10,4 Prozent. Der Autobauer hatte ein Quartalsergebnis über Markterwartungen bekanntgegeben und blickt optimistischer in die Zukunft. Im Windschatten legten General Motors (GM) 1,4 Prozent zu. Auch Amazon verdiente überraschend gut. Die Papiere des Online-Händlers gewannen 2,5 Prozent. "Wir gehen davon aus, dass der Konzern die Ertragskraft trotz hoher Investitionen in schnellere Lieferzeiten steigern kann", schrieb DZ Bank-Analyst Ingo Wermann. "Wir bekräftigen deshalb unser Anlageurteil 'Kaufen'."

Zum Ende der Handelswoche waren die europäischen Aktienanleger auf Richtungssuche. Der Dax schloss am Freitag 0,3 Prozent höher auf 12.315 Punkten. Der EuroStoxx50 verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 3500 Punkte. "Licht und Schatten gibt es in der Berichtssaison", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader.

Quelle: n-tv.de