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Geschäft auf Hochtouren Maschinenbau brummt

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Es läuft rund in der Branche

dpa

Dicke Orderbücher im deutschen Maschinenbau: Die Branche verbucht ein Auftragsplus von 21 Prozent. Da viele Hersteller jedoch mittlerweile an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, dürften die Wachstumsraten zurückgehen.

Den deutschen Maschinenbauern rennen die Kunden weiter die Türen ein. Im Mai verbuchte die als Rückgrat der deutschen Wirtschaft geltende Branche ein Plus bei den Bestellungen von 21 Prozent. Zwar seien die Krisen in der Welt an den Firmen mit 920.000 Beschäftigten nicht spurlos vorbeigegangen, erklärte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), fügte jedoch hinzu: "Eine weitere Überhitzung des Konjunkturmotors kann so vermieden werden." Die Aktie des Anlagenbauers GEA legte nach einem Orderwachstum zeitweise fast sechs Prozent zu.

"Wir haben nach wie vor schöne Zuwachsraten", sagte der VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. In schwächelnden Ländern wie Griechenland, Portugal oder Spanien gebe es zwar Einbußen. "Dies haben wir aber locker allein mit der Türkei wieder reingeholt." Das Exportvolumen in die Türkei sei in den ersten vier Monaten um fast 50 Prozent gestiegen. In seiner Bedeutung für die Maschinenbauer habe das Land inzwischen Indien überholt. Auch das Geschäft mit China, der wichtigste Einzelmarkt für die Branche, laufe weiter gut.

Die Wachstumsraten würden aber nicht mehr in den Himmel wachsen, da auch die im Vergleich stehenden Vorjahresmonate bereits gut waren. Zudem stießen manche Hersteller an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Auslastung der Unternehmen, zu denen neben zahlreichen Mittelständlern auch börsennotierte Unternehmen wie ThyssenKrupp, Gildemeister, Siemens oder Gea gehören, habe zuletzt bei knapp 87 Prozent gelegen. Bei über 90 Prozent kann es zu Lieferengpässen kommen.

Prognose-Anhebung bei Gea?

Der vor allem auf Maschinen für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie spezialisierte Anlagenbauer Gea fuhr von Januar bis Ende Mai ein Plus bei den Bestellungen von 26 Prozent ein. Darin enthalten seien die Bestellungen der übernommenen Firma Convenience Food Systems (CFS). "Das Geschäft hat vor allem in Nord- und Südamerika, dabei insbesondere in Brasilien, angezogen", sagte ein Sprecher.

Gea bekräftigte seine Prognose für 2011, kündigte aber zugleich an, diese bei der Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal Ende Juli zu aktualisieren. Einige Analysten erwarten, dass Vorstandschef Jürg Oleas den Ausblick anheben wird. Bislang erwartet der Konzern, dass Auftragseingang und Umsatz organisch um mindestens fünf Prozent steigen. Die Experten von UBS rechnen damit, dass beide Werte auf mindestens zehn Prozent angehoben werden.

Der Konzern plant nach eigenen Angaben weitere Akquisitionen, möglicherweise noch in diesem Jahr. GEA habe derzeit Mittel zur Verfügung, um Firmen mit einem Umsatz von insgesamt bis zu 120 Mio. Euro zu übernehmen.

Quelle: n-tv.de, rts

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