Krise erfasst PrivatlebenManager nehmen es persönlich
Die Wirtschaftkrise hat das Privatleben vieler Menschen längst erreicht. Nun klagen auch immer mehr Führungskräfte über wachsende Probleme.
Die Finanz- und Wirtschaftskrise macht vielen Managern auch im Privatleben und persönlichen Arbeitsumfeld zu schaffen. Das ergab zumindest eine Umfrage der Personalberatung Heidrick & Struggles unter 1000 Führungskräften. Den Angaben zufolge gaben 80 Prozent der Befragten an, ihr beruflicher Leistungsdruck habe sich seit Ausbruch der Krise erhöht.
Knapp die Hälfte der Manager arbeitet mehr als vor einem Jahr, lediglich sechs Prozent gaben an, weniger zu arbeiten. Immerhin ein Drittel beklagte negative Auswirkungen für die privaten Lebensumstände. Außerdem stellen sich 40 Prozent der Befragten für dieses Jahr auf mögliche Einkommenseinbußen im Vergleich zu 2008 ein. Lediglich sieben Prozent glauben an ein höheres Einkommen.
Die Manager sind sich auch darüber im klaren, dass die wirtschaftliche Schieflage auf ihr Image drückt. So gaben 87 Prozent der Führungskräfte an, die Krise habe das öffentliche Bild der Manager als Rollenvorbilder drastisch verschlechtert.
Ehre, Ansehen und Erfolg?
60 Prozent der Befragten sehen sich einem erhöhten Rechtfertigungsdruck ausgesetzt, und zwar nicht nur gegenüber Medien und im Umgang mit Geschäftspartnern, sondern auch im Freundes- und Bekanntenkreis.
"Viele Führungskräfte spüren erstmals, dass persönlicher Erfolg in der Wirtschaft nicht mehr automatisch zu hohem Ansehen führt", erklärte Wolfgang Walter, Partner von Heidrick & Struggles.