Wirtschaft

Angst vor Technologie abbauen "KI kann diskriminieren wie Menschen"

Credits Hendrik Gergen_Kenza_Portraits_0251.jpg.jpg

Aus gebürtige Marokkanerin mit "falschem" Namen war der berufliche Start von Kenza Ait Si Abbou Lyadini in Deutschland schwer.

(Foto: Hendrik Gergen)

Kenza Ait Si Abbou Lyadini hat eine schwierige Aufgabe: Sie will Menschen die Angst vor Technologie nehmen und gleichzeitig dafür kämpfen, dass Künstliche Intelligenz niemanden diskriminiert. Im ntv-Podcast "So techt Deutschland" erzählt sie, welche Probleme es gibt.

Kenza Ait Si Abbou Lyadini liebte schon als Kind Mathematik, ein Ingenieurstudium lag nahe. Heute ist sie erfolgreiche Managerin, Buchautorin und wird in den Medien gerne als "Roboterflüsterin" bezeichnet. Eine Expertin, die die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) durchaus kritisch sieht: "Das Problem ist, man hat bisher nicht verstanden, dass die Technologie, die die Tech-Unternehmen bauen, dass die genauso diskriminieren kann wie Menschen", stellt sie klar.

Immerhin: Die EU will Künstliche Intelligenz nun regulieren. Geplant ist beispielsweise, dass ein auf Algorithmen basierendes Bewerbungsverfahren nicht bestimmte Menschen ausschließen darf. Diese Verordnungen müssen nun mit bestehenden Gesetzen in Einklang gebracht werden.

In "So techt Deutschland" haken die ntv-Moderatoren Frauke Holzmeier und Andreas Laukat bei Gründern, Investoren, Politikern und Unternehmern nach, wie es um den Technologie-Standort Deutschland bestellt ist. Alle Folgen finden Sie in der n-tv App, bei Audio Now, Apple Podcasts, und Spotify. Auch bei Amazon Music und Google Podcast werden Sie fündig.

Ganz ohne Regulierung gehe es nicht, ist die KI-Managerin überzeugt. "Es ist technologisch möglich, dass KI nicht diskriminiert." Es sei eben nur mit Aufwand und viel Geld verbunden und diese Anstrengungen würden viele Unternehmen nicht freiwillig in Angriff nehmen.

"Nichts ist zu fürchten, nur zu verstehen"

Mit ihrem Buch "Keine Panik - ist nur Technik" will Ait Si Abbou Technologie-Ängste abbauen und für Offenheit in der Bevölkerung werben. Doch das sei nicht immer so einfach, erzählt sie. Ihr Lieblingszitat in diesem Zusammenhang kommt von der Physikerin Marie Curie: "Nichts im Leben ist zu fürchten, nur zu verstehen."

Ait Si Abbou ist überzeugt, dass wir Ängste abbauen können, wenn wir Zusammenhänge verstehen, gerade bei neuen Technologien.

Die Karriere der heutigen KI-Managerin mag beispielhaft aussehen. Allerdings war der Weg steinig. Als Ausländerin mit dem "falschen" Nachnamen habe man es trotz Fachkräftemangel noch immer schwer in Deutschland, erzählt die gebürtige Marokkanerin. Wie sie das erlebt und warum sie so für Technologie brennt, erzählt Ait Si Abbou in der neuen Folge von "So techt Deutschland". Gespannt darf man auf die Frage sein, die sie einer möglichen Super-Intelligenz gerne einmal stellen würde.

Quelle: ntv.de, chr

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