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Bits & Pretzels in München "Networking auf Oktoberfest ist einzigartig"

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Die Gründer von "Bits & Pretzels" Bernd Storm, Andreas Bruckschlögl und Felix Haas (v.l.)

Während in München die Wiesn stattfinden, treffen sich auf der Bits & Pretzels auch 5000 Teilnehmer aus der Gründer- und Start-up-Szene. Im Interview mit n-tv.de verraten die Organisatoren, mit welchen Tricks sie den Schauspieler Kevin Spacey als Speaker gewinnen konnten, wie sie die Sicherheitsmaßnahmen in München bewerten und warum die eine oder andere Maß beim Networken äußerst hilfreich sein kann.

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n-tv.de: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, eine Start-up-Konferenz ins Leben zu rufen?

Bernd Storm van's Gravesande: Vor dreieinhalb Jahren haben wir uns ein Weißwurstfrühstück für Gründer überlegt. Dieser Gedanke kam daher, dass München - verglichen mit Berlin - keine richtige Start-up-Szene hat. Und das, obwohl es hier viele äußerst interessante Start-ups gibt. Wir beschlossen, die Szene hier sichtbar zu machen. Wir wollten eine Plattform schaffen, durch die sich Gründer, Investoren und Journalisten vernetzen können. Beim ersten Event haben wir 50 Gründer versammelt, die am Weißwurstfrühstück teilgenommen haben. Dass Bits & Pretzels 2016 schon eine der größten Gründerkonferenzen Europas sein würde, damit hätten wir niemals gerechnet.

Was ist das Besondere an Bits & Pretzels?

Andreas Bruckschlögl: Ganz besonders stolz sind wir dieses Jahr auf unsere Speaker. Der zweifache Oscar-Gewinner und Start-up-Investor Kevin Spacey wird die Eröffnungs-Keynote halten. Auch Virgin-Gründer und Selfmademilliardär Sir Richard Branson wird bei uns auftreten. Solche Persönlichkeiten begrüßen zu dürfen, ist natürlich etwas ganz Besonderes für alle Beteiligten. Außerdem gibt es viele Neuheiten: Die Messe und die Vorträge wurden in sechs Themencluster eingeteilt. Zudem gibt es eine Pitchbühne, auf der es durchgehend Pitches spannender Start-ups gibt. Unsere neue Networking-Plattform hilft dabei im Vorfeld, andere Teilnehmer anzuschreiben und mit diesen auch direkt Termine zu vereinbaren. Last but not least gibt es dieses Jahr auch eine Start-up Academy.

Bits & Pretzels Konferenz in München

Wenn am kommenden Sonntag die Startup-Konferenz Bits & Pretzels in München ihre Tore für Gründer und Investoren öffnet, ist der Kölner Nachrichtensender n-tv als Medienpartner mit von der Partie. Bits & Pretzels verbindet über 5000 Teilnehmer aus der Gründer- und Startup-Szene. Ziel der dreitägigen Veranstaltung sind neben dem Austausch und der Vernetzung der Teilnehmer mit potenziellen Investoren und Medien auch eine Inspiration durch Vorträge aus den unterschiedlichsten Bereichen. Als Redner sind in diesem Jahr unter anderem Hollywood-Schauspieler Kevin Spacey, Richard Branson (Virgin Group), Ilse Aigner, Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie und Stellvertretende Ministerpräsidentin, sowie die Investoren der "Höhle der Löwen" (Vox) dabei.

Sie wollen nach eigener Zielsetzung die "geilste Gründer-Veranstaltung der Welt" sein. Was macht eine solche Veranstaltung aus?

Felix Haas: Das A und O einer Gründerkonferenz ist das Networking. Start-ups wollen Investoren treffen, Konzerne wollen Firmen kaufen, Unternehmer sind auf der Suche nach interessanten Investitionsmöglichkeiten. Wir sind die Plattform, bei der all das sehr einfach und in ungezwungener Atmosphäre möglich ist. Das Networking auf dem Oktoberfest ist weltweit einzigartig und äußerst effektiv. Doch auch der Lerneffekt kommt nicht zu kurz: Mithilfe unserer Start-up-Academy und den Erfolgsgeschichten unserer Speaker ist der Schritt zum Unternehmertum keine Schwierigkeit mehr.

Warum findet die Konferenz ausgerechnet während des Oktoberfestes statt?

Strom van's Gravesande: Das Oktoberfest ist für uns eine einmalige Gelegenheit, die Gründerszene zu vernetzen. Nirgends sonst auf der Welt können sich Gründer, Investoren, Journalisten und Gründungsbegeisterte in einer so lockeren und entspannten Atmosphäre austauschen. Wir versuchen, das Networking professionell aufzuziehen und die Teilnehmer gezielt nach ihren Interessen in Kontakt zu bringen.

Haben Sie keine Angst, dass alle Teilnehmer irgendwann betrunken sind?

Bruckschlögl: Das Wichtigste hierbei ist es, das Maß zu halten - und das hat natürlich mit der Anzahl der Maßen zu tun. Ich würde sagen, dass das Netzwerken bei den meisten Teilnehmern nach dem ersten Bier am besten funktioniert, bei trainierten Teilnehmern nach zwei. Da wir aber auf Nummer sicher gehen, erhält bei uns jeder Gast Gutscheine für zwei Maß Bier.

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Auf die Bühne geht es standesgemäß in Lederhosen.

(Foto: Dan Taylor)

Wie bekommt man Gäste wie Kevin Spacey und Richard Branson auf seine Veranstaltung?

Haas: Mit viel Geduld und harter Arbeit. Um die richtigen Kontaktdaten von Kevin Spaceys Team herauszufinden, war viel Recherchearbeit von Andi notwendig. Dann lag es an Bernd und mir, ihn und sein Team von uns zu überzeugen. Da er täglich unzählige Anfragen erhält und sehr selektiv ist, war das nicht einfach. Doch unser Ansatz, "von Gründern für Gründer", gefiel ihm sehr gut und überzeugte ihn letztlich. Bei Sir Richard Branson war das Ganze ähnlich. Ich konnte glücklicherweise eine Verbindung über einen gemeinsamen Bekannten herstellen. Trotzdem war dann noch viel Überzeugungsarbeit nötig, um Branson für uns zu gewinnen. Aber die Arbeit hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Es werden sich viele Politiker und Wirtschaftsvertreter auf der Konferenz tummeln. Warum sind Start-ups und Gründer für sie so spannend?

Storm van's Gravesande: Lange Zeit liefen Politik und Start-ups nebeneinander her. Gründer fanden in der Politik kein Gehör. Und dies, obwohl es schon immer eine Vielzahl an gründungsrelevanten politischen Fragestellungen gab. Dieses Bild hat sich in den letzten Jahren komplett gedreht. Gründer stellen selbstbewusst Forderungen und die Politik zeigt ehrliches Interesse. Die Digitalisierung wird auf viele Branchen erhebliche Auswirkungen haben. Start-ups werden hierbei eine wichtige innovative Kraft sein. Setzt die Politik mit ihren Entscheidungen für diese Jungunternehmen nicht die richtigen Weichenstellungen, gefährdet dies den Wohlstand der Bevölkerung.

Wie bewerten Sie die verschärften Sicherheitsmaßnahmen in München und rund um das Oktoberfest? Beeinträchtigt das die Stimmung?

Haas: Die Sicherheitslage hat sich nach Auskunft der Behörden seit mehr als zwei Jahren nicht verändert. Wir begrüßen die zusätzlichen sichtbaren und sicherlich auch zahlreichen nicht sichtbaren Sicherheitsmaßnahmen. Die Besucherzahlen der ersten Tage waren weit rückläufig. Das liegt aber sicher nicht an dem neuen Zaun um das Veranstaltungsgelände, sondern am leider bisher eher schlechten Regenwetter. Sobald die Sonne rauskommt, werden die Wiesn-Gänger und hoffentlich auch die gute Stimmung wiederkommen.

Was wollen Sie in diesem Jahr anders machen als in den Jahren zuvor?

Storm van's Gravesande: Auch wenn wir dieses Jahr wieder wachsen werden, liegt unser größter Fokus auf der Qualität, nicht auf der Quantität. In den letzten Monaten haben wir sehr viel Zeit in die Qualitätsoptomierung investiert. So wird es in diesem Jahr, wie bereits angesprochen, eine Networking-Plattform geben. Das klingt vielleicht unspannend. Jedoch wird es dort möglich sein, Termine mit anderen Teilnehmern im Vorfeld zu vereinbaren. Neu in diesem Jahr ist eben auch die "Bits & Pretzels Academy". Vor allem Gründer und ihre Mitarbeiter können davon profitieren und eine Menge für das tägliche Geschäft für ihre Start-ups rausziehen. Das Wichtigste ist uns aber, dass wir mit Bits & Pretzels immer am Puls der Zeit bleiben und die Wünsche unserer Teilnehmer umsetzen.

Die Telebörse informiert neben einer umfassenden Vorberichterstattung auch in ihren Ausgaben am Montag und Mittwoch ausführlich über Bits & Pretzels. Zudem gibt es am 30. September um 10.10 Uhr eine neue Folge der "Startup News" rund um die Veranstaltung. Darüber hinaus liefert n-tv auch online sowie via Eventstream am Sonntag, den 25. September ab 12.15 Uhr und ab 16.15 Uhr und am Montag, den 26. September ab 14.45 Uhr Einblicke in spannende Vorträge der Konferenz, ergänzt durch Interviews mit Teilnehmern und Rednern.

Quelle: n-tv.de