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Regierung kommt Start-ups entgegen Schäuble stärkt Steueranreize für Investoren

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Aus EU-rechtlichen Gründen soll die geplante Verlust-Verrechnungsmöglichkeit nicht nur auf Wagnis- und Risikokapital begrenzt werden.

(Foto: imago/Westend61)

Die Regierung belohnt das Engagement von Investoren bei jungen Firmen. Geldgeber, die mit Risikokapital bei Start-ups einsteigen, können zuvor aufgelaufene Verluste beim Fiskus geltend machen. Die Förderung könnte den Staat jährlich bis zu 600 Millionen Euro kosten.

Die Bundesregierung will Mittelständlern und Start-ups bei der Verlustverrechnung steuerlich entgegenkommen. Sie sollen nach einem verabschiedeten Gesetzentwurf auch bei einem Wechsel ihrer Anteilseigner ihre aufgelaufenen Verluste gegenüber dem Fiskus geltend machen können. Bisher verfallen nicht genutzte Verluste, wenn sich die Eigentümerstrukturen etwa durch die Aufnahme eines neuen Eigentümers in den Gesellschafterkreis ändern. Dadurch sollen Spekulationen mit Unternehmen verhindert werden, die nur wegen hoher Verlustvorträge attraktiv sind.

Künftig soll gelten, dass die Verluste bei der Besteuerung weiter berücksichtigt werden, wenn der Geschäftsbetrieb erhalten bleibt und ihre anderweitige Nutzung ausgeschlossen ist. Die durch die Änderung entstehenden Steuerausfälle werden mit 600 Millionen Euro im Jahr beziffert.

Besserer Zugang zu privatem Wagniskapital

Mit der Reform kommt die Regierung auch jungen Start-up-Unternehmen entgegen, die zu ihrer Finanzierung häufig auf die Neuaufnahme oder den Wechsel von Anteilseignern angewiesen sind. In dem Gesetzentwurf wird als Bedingung für den Erhalt der Verluste unter anderem genannt, dass der seit drei Jahren bestehende Geschäftsbetrieb unverändert bleibt.

Dies soll auch in Zukunft verhindern, dass Betriebe nur wegen ihrer steuerlichen Verlustvorträge gekauft und ausgeschlachtet werden. Die Rechtsänderung soll rückwirkend zum 1. Januar 2016 gelten.

Finanzminister Wolfgang Schäuble erklärte, mit den neuen Rahmenbedingungen könne es Unternehmen noch besser gelingen, Investoren für innovative Geschäftsmodelle zu gewinnen. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel sagte, Unternehmen erhielten durch die Neuregelung einen besseren Zugang zu privatem Wagniskapital, das sie dringend für ihr Wachstum benötigten.

Quelle: n-tv.de, jki/rts