Frage & Antwort

Frage & Antwort Hilft Blumenfrisch wirklich?

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(Foto: imago stock&people)

Jedes Mal, wenn mein Mann mir einen Blumenstrauß mitbringt, hängt ein kleines Beutelchen mit Blumenfrisch dran. Bringt das wirklich was? Und ist der Inhalt tatsächlich für jede Schnittblume geeignet? (fragt Anneliese  M. aus Würzburg)

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Die Deutschen geben im Jahr rund 3 Milliarden Euro für Schnittblumen aus. Auf Rang eins auf der Skala der beliebtesten Blumen stehen Rosen.

(Foto: picture alliance / dpa)

"Rosen, Tulpen, Nelken, alle  Blumen welken", so der Anfang eines vielbenutzten Spruches fürs Poesiealbum, der die Vergänglichkeit von Blumen beschreibt. Dennoch sind Blumensträuße als Geschenk, Aufmerksamkeit oder Liebesbekundung gern gesehen und so wusste schon die Großmutter, dass man mit einem Teelöffel Zucker und einer Kupfermünze in der Vase die Haltbarkeit von Schnittblumen einige Zeit verlängern kann. Ob das wirklich stimmt und ob der Inhalt in den kleinen Beutelchen tatsächlich wirksam ist, beantwortet ein Experte für n-tv.de.

"Schnittblumen benötigen einiges an Pflege, wenn man lange Freude an ihnen haben möchte", sagt Dr. Siegfried Zerche vom Leibnitz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren und Erfurt. "Sie sollten jeden Tag frisches, zimmerwarm temperiertes und luftarmes Wasser in einer gut gereinigten Vase bekommen und frisch angeschnitten werden", erklärt der Experte für Pflanzenernährung. So wird gewährleistet, dass die Blumen gut mit Wasser versorgt werden. Zum Anschneiden sollte man ein scharfes Messer, aber keine Schere benutzen, da man sonst die Stiele zu sehr beschädigt und so die Wasseraufnahme behindert wird. Nach dem Anschneiden sollten die Blumen schnell ins Wasser gestellt werden.

Darüber hinaus könnte man ganz normalen Haushaltszucker in das Vasenwasser geben, um die Blumen zusätzlich mit Energie zu versorgen, erklärt der Experte weiter. Das bringt allerdings einen unerwünschten Nebeneffekt mit sich, denn der Zucker fördert auch das Wachstum von Mikroorganismen im Vasenwasser, die wiederum zum Welken der Blumen beitragen würden. "Aus diesem Grund müsste man noch ein weiteres Mittel hinzugeben. In vergangenen Zeiten war man der Ansicht, dass eine Münze oder Ähnliches aus Kupfer hilft", weiß Zerche. Prinzipiell ist Kupfer ein wirksames Mittel gegen Bakterien und Pilze. Eine Kupfermünze gibt im Vasenwasser nicht genug Kupfer ab, um darin einen wirklich schützenden Effekt zu erzeugen. Die Maßnahme ist also sinnlos, genauso wie die Zugabe von Holzkohle, Aspirin oder Kampferöl. Außerdem sollten sich im Vasenwasser keine Blätter, Dornen oder andere Pflanzenteile befinden, da diese zusätzlich zu einer Besiedlung mit Keimen beitragen würden.

Meistens zu wenig drin

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Damit Tulpen nicht zu schnell in der Vase weiterwachsen, kann man einen Schnitt unterhalb der Blüte machen.

(Foto: imago/Westend61)

Besser ist es tatsächlich, Blumenfrischhaltemittel zu verwenden. Durch sie kann die Lebensdauer der meisten Schnittblumen um 20 bis 50 Prozent erhöht werden. Außerdem entfallen der tägliche Wasserwechsel und das Anschneiden, versprechen zumindest die Hersteller. Doch auch der Einsatz dieser Substanz ist kein Garant für eine mehrwöchige Blumenpracht in der Vase. Erstens reicht der Inhalt des kleinen Beutels - eine Mischung aus Glukose, Zitronensäure und anderen Beistoffen - meistens nur für einen halben Liter Vasenwasser. Das ist schon bei einem Strauß von zehn langstieligen Rosen zu knapp. Zweitens weiß man nicht, wie viel Zeit nach dem Schnitt der Blumen bereits vergangen ist. Aus diesem Grund sollte man den Strauß für die Liebste immer beim Blumenfachhändler seines Vertrauens kaufen. Dort sind zwar die Blumen meist teurer, halten aber in der Regel auch länger. Bei fertigen Sträußen vor dem Kauf die Stiele auf Frische begutachten oder einfach mal auf eine blühende Topfpflanze umsteigen.

Übrigens:  In das Wasser von Tulpen, Narzissen, Amaryllis und allen anderen Schnittblumen, die mal eine Zwiebel hatten, sollte man kein Blumenfrischhaltemittel geben, denn das kann das Wachstum der Blumen so beschleunigen, dass die Dauer der Blütenpracht insgesamt eher verkürzt werden würde. Aus diesem Grund sollte man auch die Stiele nicht schräg, sondern gerade anschneiden. Ein Schnitt unterhalb der Blüte kann zudem die Blühdauer verlängern.

Quelle: ntv.de

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