Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 550 Warum sagt man, das ist das A und O?

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Die griechischen Buchstaben Alpha und Omega - A und O.

(Foto: imago/UIG)

Wenn man darauf aufmerksam machen will, dass etwas grundlegend wichtig ist, dann sagt man schnell mal, dass es sich hierbei um das A und O handelt. Doch warum? Die beiden Vokale, die an 1. und an 15. Stelle von insgesamt 26 Buchstaben im deutschen Alphabet stehen, könnten in der deutschen Sprache besonders häufig zum Einsatz kommen und deshalb symbolisch für etwas Grundlegendes genannt werden.

Doch dem ist nicht so. Forscher können mit einer statistischen Größe, der sogenannten Buchstabenhäufigkeit, berechnen, wie oft welcher Buchstabe in einer bestimmten Sprache verwendet wird. In deutschsprachigen Texten zum Beispiel wird der Buchstaben E am häufigsten benutzt. Im Vergleich zum A sogar drei Mal so oft. Und das I kommt diesen Berechnungen zufolge drei Mal so häufig vor wie das O. Die relative Häufigkeit des Buchstaben O kommt erst an 15. Stelle. Die besonders häufige Anwendung von A und O kann damit als Basis für die Redensart ausgeschlossen werden.

Redensart bereits in der Bibel

Dennoch geht es bei der Redensart um das große Ganze. Man findet bereits in der Lutherbibel in der Offenbarung des Johannes beispielsweise den Satz: "Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, spricht der Herr" (Kapitel 1, Vers 8). Hier wird konkret Anfang und Ende mit A und O bezeichnet und nicht mit A und Z.

Grund dafür ist der Bezug zum griechischen Alphabet. Bei Aufzeichnungen und Überlieferungen von Bibeltexten spielte das Griechische eine wichtige Rolle. Im griechischen Alphabet, das bereits 900 Jahre vor unserer Zeitrechnung entstand, stehen die Buchstaben Alpha an erster und Omega an letzter Stelle. Über die Jahrhunderte der Schriftentwicklung wurde aus dem griechischen Alpha das lateinische A und aus dem griechischen Omega das lateinische O. Bereits in der Antike war man davon überzeugt, dass derjenige, der eine Sache vom Anfang bis zum Ende überblickt, auch alles dazwischen im Griff hat.

Auch wenn die alte Redewendung in der deutschen Sprache über Jahrhunderte hinweg erhalten geblieben ist, hat sich doch ihr Inhalt leicht verändert. Meint man mit der Bezeichnung von A bis Z eher etwas in vollem Umfang, ist mit der Wendung, bei der heute vom A und O die Rede ist, eher das grundsätzlich Wichtige von etwas gemeint.

Übrigens: Griechische Buchstaben sind bis heute nicht nur in naturwissenschaftlichen Formeln zu finden, sondern auch in anderen Zusammenhängen in der deutschen Sprache verankert. So bezeichnet man das ranghöchste Tier eines Rudels oder einer Herde beispielsweise als Alphatier.

Quelle: n-tv.de

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