Fundsache

"Wie aus Indiana-Jones-Film" Grab aus pharaonischer Zeit in Israel entdeckt

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Ein Fund, wie ihn Forscher nur einmal im Leben machen: Eine rund 3300 Jahre alte Grabkammer aus der Zeit von Ramses II.

(Foto: picture alliance/dpa/Israelische Altertumsbehörde)

Es ist ein reiner Zufallsfund: Archäologen stoßen in Israel auf eine rund 3300 Jahre alte intakte Grabkammer. Bei Bauarbeiten legt ein Bagger die in Stein gehauene Anlage aus der Zeit des ägyptischen Pharaos Ramses II. frei.

Archäologen haben in Israel eine Grabkammer aus der Zeit des ägyptischen Pharaos Ramses II. entdeckt. Wie die israelische Altertümerbehörde mitteilte, wurde die spektakuläre Entdeckung bei Baggerarbeiten am Strand von Palmachim gemacht, als die Baggerschaufel plötzlich das Dach der Grabkammer durchstieß. In dem Grab fanden sich zahlreiche Tongefäße und bronzene Pfeil- und Speerspitzen sowie menschliche Knochen.

Ein von der Altertümerbehörde veröffentlichtes Video zeigt staunende Archäologen, die mit Taschenlampen die Grabkammer ausleuchten. Zu sehen sind dutzende Tongefäße aus der Zeit von Ramses II. Bei den Kochgeschirren, Lampen und Vorratsgefäßen handelt es sich den Forschern zufolge um Grabbeigaben für das Leben im Jenseits, die seit rund 3300 Jahren unberührt unter der Erde ruhten.

Grab noch völlig unberührt

Archäologe Eli Yannai von der Altertümerbehörde sprach von einem "extrem seltenen" Fund, wie Forscher ihn nur "einmal im Leben" machten. Die bis zu ihrer Entdeckung versiegelte Grabkammer könne möglicherweise "ein vollständiges Bild von den Begräbnisriten der Bronzezeit" in der Region liefern.

Sein Kollege David Gelman fühlte sich an eine Szene "wie aus einem Indiana-Jones-Film" erinnert: "Man steigt unter die Erde und alles liegt dort unberührt - unversehrte Tongefäße, Waffen, Bronzegefäße, Grablegen." Der 1213 vor Christus gestorbene Ramses II. herrschte neben Ägypten auch in Kanaan, das sich ungefähr auf dem Gebiet des heutigen Israel und der Palästinensergebiete erstreckte.

Yannai sagte der israelischen Zeitung "Haaretz", die Kammer habe offenbar als Familiengruft gedient. Die dort beigesetzten Leichen seien nicht gut erhalten, DNA-Analysen seien daher nicht möglich. Man könne allerdings davon ausgehen, dass es sich um örtliche Küstenbewohner handelte. Kurz nach der Entdeckung der intakten Grabkammer sind nach Angaben der Altertumsbehörde mehrere Artefakte gestohlen worden. Inzwischen sei sie wieder versiegelt worden und es liefen Ermittlungen zu dem Raub.

(Dieser Artikel wurde am Montag, 19. September 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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