Unterhaltung

Dschungelcamp Tag 4: Die Cojones sind aktiviert

Von Verena Maria Dittrich

Gunter plaudert davon, wie ihm eine "Hure" fast die Lichter ausgepustet hat, Nathalie outet sich als Schmierenkomödiantin und Hartzi-Helena weint dicke Tränen. Dafür wächst zusammen, was zusammengehört. Oder aber auch nicht.

Am vierten Tag spricht Gunter mit nur einem einzigen Satz das aus, was Millionen Männer in Deutschland seit Jahren heimlich denken: "Auf meine Ehefrau hätte ich wirklich verzichten können." Wie gebannt hängt man an seinen trockenen Lippen, als er psychothrillermäßig ausplaudert, wie seine Alte ihn betrogen hat und er sie aus dem Weg räumen wollte. Er war der "crazy Hure" aber so verfallen, dass er erst gar nicht gemerkt hat, dass die ihm eigentlich "den Kopf wegpusten wollte". "Sie hat aus dem Nachtschrank einen Revolver geholt, der geladen war, mir an den Schädel gehalten und abgedrückt. Die Kugel kam nicht - das war überhaupt die Sensation. Da bin ich ausgerastet." Das Coole war obendrein, dass diese "Prostituierte" auf der einen Seite durchgeknallt war, auf der anderen aber ein Mutter-Theresa-Herz hatte und Arme und Behinderte einmal die Woche "für umsonst" rangelassen hat.

Als er erzählt, dass er auch mal "inna Beklopptenanstalt" war, von "The Brain" liebevoll als Anstalt "für Psychopaten" bezeichnet, spitzt sich der Beef zwischen den Generationen zu. "Meine Cojones sind aktiviert", mahnt Ortega "Opi Gunter" seine Schrumpelbälle flachzuhalten. Der erwidert aber nur gelangweilt: "Ja, erstech mich doch, dann haben wir ne gute Quote."

Lektion in Demut

Das war Tag 4 im Dschungelcamp

Unangefochtener Held: Menderes

Auf der Überholspur: die heulende Helena, die "auch nur ein Mensch ist".

Gemeinheit des Tages: Team Base Camp, das sein Essen nicht teilen will.

Lektion des Tages: Menderes macht die Gesellschaft auf Colitis Ulcerosa aufmerksam.

Zitat des Tages: "Auf meine Ehefrau hätte ich wirklich verzichten können." (Gunter)

Quote ist scheinbar auch, was zwischen den zwei Synapsen von "Germany's Next Topmodel"-Göre Nathalie spukt. Weil sie bis jetzt so blass wie der knittrige Hintern von Gunter geblieben ist, muss sie sich ja langsam irgendwie in den Vordergrund spielen. Und das gelingt ihr, als sie Lieblingsmensch Menderes, der sich traut, öffentlich über seine Krankheit zu sprechen, genervt von der Seite anmacht. Das liebste Monchichi-Gesicht der Welt leidet seit zehn Jahren an Colitis Ulcerosa, einer chronisch entzündlichen Darmkrankheit, bei der man "viel Blut verliert" und "oft im Krankenhaus" ist. "Jeder Mensch hat Probleme", pflaumt sie rum und lässt ein künstliches Tränchen über ihr Pierrot-Gesicht laufen, wofür ihr vermutlich selbst Shanti-Mensch Domian am liebsten eine reingezwirbelt hätte.

Nach dem ganzen Schaum vorm Mund wegen Nathalies schlechten Schauspielkünsten ist man richtig froh, dass Höllena eine authentische Heul-Performance ablegt. Schon wieder muss die fleischgewordene Monotonie ekelerregende Widerlichkeiten über sich ergehen lassen. Milski mahnt die schwächelnde Prüfungskandidatin schon vorher an: "Wenn'de heute wieder ohne Sterne nach Hause kommst, Frollein, dann ..." Doch nichts anderes geschieht, denn obwohl Helena beim "großen Kribbeln" zeigen möchte, was sie auf der Hauptschule gelernt hat, bleibt ihr der Erfolg verwehrt. Während sie, den Kopf in eine Box gesperrt, mit Spinnen, Kakerlaken und Maden überschüttet wird, geht ein zufriedenes Raunen durch die deutschen Wohnzimmer. "Endlich kriegt 'se ihre Lektion in Demut", twittert die Community.

Gewähre dem Feinde Gnade!

Doch dann, wie schön ist doch die Welt, weht ein langersehnter "Hauch Prager Botschaft durch den australischen Busch" (Hartwich). Beide Camps werden zusammengelegt. So tiefenentspannt wie ein Amokläufer jault Legat vorfreudig auf, doch die Freude soll nicht lange währen, denn die anderen Camper verhalten sich wie inselgeschädigte Pissnelken und wollen "Herr der Fliegen"-mäßig nicht ihr Essen mit den Neuankömmlingen teilen. "Ja, klar, verständlich, die haben bestimmt Hunger, aber das ist unser Essen", verkündigt Base Camp-Teamchef Ricky bauchspeckig. Und Jenny gibt ihm recht: "Ja, das finde ich auch, ich habe nunmal die Prüfung gewonnen". Die einstigen Snake Rocker sind "einfach nur enttäuscht" und halten zu ihren neuen Teamkollegen nach dieser "Frechheit" erstmal eine Armlänge Abstand. Das ist auch gar nicht so verkehrt, wenn man bedenkt, was Gunter, der nur eine Unterhose dabei hat, auf dem Klo für sagenhafte Geräusche durchs Gebälk flattern lässt.

Am Ende aber hatten sich alle wieder lieb. So lieb, dass selbst für Frau Fürst noch ganz viel Zuneigung übrig war, als sie erfuhr, dass sie schon wieder zur Prüfung muss und erneut in Tränen ausbrach. Liebes vereinigtes Dschungel-Deutschland, zeig, dass du ein gutes Herz hast und gewähre dem Feinde Gnade. Schmücke dich mit guten Taten: Schick Menderes eine Freundschaftsanfrage!

Dschungelcamp Tag 3 - "Nur doofe Männer stehen auf große Brüste"

Dschungelcamp Tag 2 - Klötze in der Buxe

Dschungelcamp Tag 1 - Die Eichel und der Backenzahn

Quelle: n-tv.de

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