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Batman und Superman halten nicht viel von einander. Wieso? Das will sich nicht so recht erschließen.
Batman und Superman halten nicht viel von einander. Wieso? Das will sich nicht so recht erschließen.(Foto: Warner Bros.)

"Batman v Superman": Zwei Helden am Abgrund der Moral

Von Anna Meinecke

Wer im Fremden die unmittelbare Bedrohung verortet, wird dieser Tage nicht völlig zu Unrecht in die rechte Ecke gestellt. In der Welt von Batman und Superman ist man noch nicht so weit. Der Kampf der Comic-Giganten wird zur Zankerei unter Trotteln.

Wer schon früh seine Liebe zu Comic-Charakteren entdeckte, wird sich vielleicht noch erinnern, wie das so war damals, als man Plastikpuppen aufeinanderschlug. Zwischen Hausaufgaben und Abendbrot mussten die Helden noch schnell einen Kampf austragen. In etwa so geistreich gestaltet sich Zack Snyders "Batman v Superman".

Zwischen Zankereien kann man schon mal das Böse vergessen. In dem Fall Lex Luthor (Jesse Eisenberg).
Zwischen Zankereien kann man schon mal das Böse vergessen. In dem Fall Lex Luthor (Jesse Eisenberg).(Foto: Warner Bros.)

Zum ersten Mal vereint Marvels direkte Konkurrenz DC Comics seine beiden größten Figuren auf der Kinoleinwand. Es hätte ein großartiges Erlebnis werden können. Stattdessen verliert sich ein selbstgefälliger Milliardär in seiner Paranoia. Weil er alles Unglück in einem Fremden vermutet, sieht er nicht, welche Gefahr ihm wirklich droht. So ist das nämlich: Aus Gründen von engstirnig bis absolut unlogisch geraten Batman und Superman aneinander.

In die Rolle des Bruce Wayne, des Batman, schlüpft erstmals Ben Affleck. Sein Retter hat einen gewissen Papi-Charme, aber auch ein Alkoholproblem und abgedrehte Visionen. Eindruck schindet er besonders durch physische Präsenz. Affleck ist nun mal ein großer Mann - und diese gestiefelten Riesenfüße erst. Auch Henry Cavill wirkt mit Körper, ansonsten erinnert dank frostig gefrorener Mimik wenig an den liebenswerten Charme eines Clark Kent.

Es stinkt nach Fanatismus

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"Batman v Superman" folgt wie wohl auch schon "Man of Steel" einem düsteren Blick auf den bunten Comic-Zirkus, so düster, dass offenbar nicht einmal gelegentliche Schmunzler zugelassen sind. Der Film nimmt sich selbst verdammt ernst. Dabei wäre er gern ein wenig gesellschaftskritisch. Immer dann, wenn einer der vielen Protagonisten ein paar schmissige Worte hinsichtlich der Menschheit heute und auch ganz allgemein dahinschmettert. Doch "Batman v Superman" ist keine schwarze Satire, sondern stinkt nach Fanatismus.

"Er hat die Macht, das ganze Universum auszulöschen", argumentiert Bruce Wayne gegen Superman. "Wenn wir glauben, dass es eine einprozentige Chance gibt, dass er unser Feind ist, müssen wir die als absolute Gewissheit begreifen." Das ergibt doch vorne bis hinten keinen Sinn - ein kleiner Vorgeschmack auf die gewaltverherrlichende Schlussmoral des Streifens, die an dieser Stelle nicht aus Spannungs-, sondern aus Fairnessgründen noch nicht verraten werden soll.

Unüberlegt und unbelehrbar

Wenn man von einem Superheldenfilm eines erwarten kann, dann, dass das Gespür für die Grenze zwischen gut und böse sichtbar wird. Es gibt Anti-Helden, ja, doch wenn die sich kaum noch vom Bösewicht unterscheiden lassen, wird der brutale moralische Appell einer Geschichte zur Farce. Nie waren Batman und Superman so unüberlegt, so unbelehrbar, so unfassbar unsympathisch.

Folgt man Regisseur Snyder, ist niemand zur Rettung der Welt berufen. Findet man sich in der unglücklichen Situation, die entsprechenden Fähigkeiten mitzubringen, werden Alleinstellungsmerkmale nicht zum Privileg, sondern zur Last. Die wirkliche Belastung aber ist mit seinen 152 Minuten der Film selbst. Niemand will zwei Gockeln beim Streiten zusehen, die sich vom ersten Moment an nicht deutlicher hätten im Unrecht befinden können.

"Batman v Superman" startet am 24. März in den deutschen Kinos.

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Quelle: n-tv.de

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