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Bei geplanten baulichen Veränderungen im Rahmen des Einbruchsschutzes ist die Erlaubnis des Vermieters einzuholen.
Bei geplanten baulichen Veränderungen im Rahmen des Einbruchsschutzes ist die Erlaubnis des Vermieters einzuholen.

Maßnahmen gegen Diebe: Können Mieter Einbruchschutz verlangen?

Von Axel Witte

Einbrüche in Deutschland nehmen in den letzten Jahren zu. Der Wunsch nach Sicherheit ist deshalb verständlich, auch von Mietern. Doch können diese vom Vermieter verlangen, dass er die eigene Bleibe sicherer macht?

Knapp 170.000-mal haben im Jahr 2015 Einbrecher in Wohnungen und Häusern in Deutschland zugeschlagen. Tendenz steigend. Das macht Angst. Viele Menschen haben deshalb das Bedürfnis, das eigene Zuhause besser gegen Diebe zu schützen. Und dies ist zum Teil schon mit einfachen Maßnahmen möglich. Rund ein Drittel aller Einbruchsversuche scheitert denn auch, wenn Wohnungen oder Häuser infolgedessen leichter zu knacken sind. Für jene, die eine eigene Immobilie besitzen, ist die Sache klar. Sie können weitestgehend Sicherungsmaßnahmen durchführen, wie sie möchten - mitunter werden diese sogar staatlich bezuschusst.

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Für denjenigen hingegen, der nicht über ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung verfügt, stellt sich die Frage, ob er von seinem Vermieter einen zusätzlichen  Einbruchsschutz verlangen kann. Die Antwort lautet leider: nein. Denn einen Anspruch auf den nachträglichen Einbau von entsprechenden Fenstern oder Türen haben Mieter nicht. Genauso wenig können sie auf ein Sicherheitsschloss, einen Türspion oder eine Gegensprechanlage bestehen, wie der Deutsche Mieterbund (DMB) informiert. Wird der Vermieter hingegen doch aktiv, auf Wunsch oder eigene Initiative, handelt es sich um Modernisierungen. Und diese können Mieterhöhungen mit sich bringen. 11 Prozent der Kosten der Baumaßnahme können dann auf die Jahresmiete draufschlagen werden. 

Wollen Mieter ihre Wohnung auf eigene Faust und Kosten nachrüsten, gilt es einiges zu beachten. So ist bei geplanten baulichen Veränderungen im Rahmen des Einbruchsschutzes der Wohnung die Erlaubnis des Vermieters einzuholen. Dies gilt beispielsweise auch für den Einbau eines Sicherheitsschlosses. Dabei sollte auch unbedingt geklärt werden, was mit den Umbaumaßnahmen nach dem Ende des Mietverhältnisses passiert - beziehungsweise, ob der Mieter für einen Rückbau in den ursprünglichen Zustand geradestehen muss.

Ist der Eingriff weniger drastisch, können Maßnahmen, die keine baulichen Veränderungen darstellen, vom Mietern auch ohne die Zustimmung des Vermieters vorgenommen werden. Denkbar wären hier beispielsweise die Installation von Bewegungsmeldern an Fenstern und Türen oder das Anbringen einen zusätzlichen Sicherungsriegels an der Haustür. Auch der Mieter kann hierfür Zuschüsse von der KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) beantragen. Allerdings dürfte dies aufgrund der Förderbedingungen - bezuschusst werden für Einzelmaßnahmen des Einbruchschutzes maximal zehn Prozent der Gesamtkosten zwischen 2000 und 15.000 Euro - wenig attraktiv sein.  

Quelle: n-tv.de

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