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Wenn das ganze Jahr über Urlaub wäre, wäre das Vergnügen so langweilig wie die Arbeit.
Wenn das ganze Jahr über Urlaub wäre, wäre das Vergnügen so langweilig wie die Arbeit.(Foto: imago/McPHOTO)

Meist Stichtag entscheidend: Was passiert mit Urlaub nach Kündigung?

Manchmal trennen sich die Wege von Arbeitnehmer und Arbeitgeber, bevor der Urlaub vollständig genommen wurde. Oder es wurden anteilig bereits zu viele Tage verbraten. Und dann - auszahlen, zurückzahlen, behalten? Was dann gilt, lesen Sie hier.

Arbeitnehmer in Deutschland haben bei einer Sechs-Tage-Woche Anspruch auf mindestens 24 Urlaubstage pro Jahr. Bei einer Fünf-Tage-Woche sind es mindestens 20 Tage. Für viele Beschäftigte könnten es deutlich mehr sein.

Nach dem Bundesurlaubsgesetz muss der Urlaub im laufenden Kalenderjahr genommen werden. Wann Arbeitnehmer ihren Urlaub nehmen dürfen oder müssen, ist dort nicht explizit geregelt. Dies erfolgt in der Praxis in Absprache mit dem Arbeitgeber. Theoretisch können Arbeitnehmer aber ihren kompletten Jahresurlaub auch schon im Januar nehmen. Denn Beschäftigte erwerben den Anspruch auf ihren gesamten Jahresurlaub mit Beginn des Jahres. 

Scheidet ein Arbeitnehmer aus dem Unternehmen aus, stellt sich die Frage, was mit dem a) nicht verbrauchten Urlaub und b) zu viel genommenen Urlaub passiert.

a) Grundsätzlich kann Urlaub ausgezahlt werden, wenn dieser nicht mehr genommen werden kann. Dabei kommt es auf den Stichtag des Ausscheidens an. Geht der Mitarbeiter vor dem 30. Juni, kann ein Zwölftel des Jahresurlaubs pro Beschäftigungsmonat geltend gemacht werden. Wird das Arbeitsverhältnis nach diesem Datum beendet, beispielsweise zum 31. Juli, besteht ein Anspruch auf den gesamten Jahresurlaub, sofern der Urlaub nicht schon angetreten wurde.

b) In diesem Fall ist es egal, wann sich die Wege von Arbeitnehmer und Arbeitgeber trennen. Zu viel genommene Urlaubstage müssen nicht erstattet werden. Beispiel: ein Mitarbeiter hat die ihm zustehenden 20 Urlaubstage bereits in den ersten beiden Monaten des Jahres verbraucht und verlässt zum 31. Mai das Unternehmen. Eine anteilige Verrechnung wie unter a) beschrieben findet hier nicht statt. Ein Rückzahlungsanspruch könnte nur dann bestehen, wenn der Urlaub arglistig erschlichen wäre - was aber vom Arbeitgeber bewiesen werden müsste.

Beim Urlaubsgeld, bei dem es sich um eine Sonderleistung des Arbeitgebers handelt, greift die Regelung nicht analog zum Urlaubsanspruch. Dieses kann also theoretisch zumindest anteilig zurückgefordert werden.  

Quelle: n-tv.de

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