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Der VfL Wolfsburg hat nicht nur Freunde, das liegt vor allem am geldgebenden Volkswagen-Konzern. Der missbraucht offenbar seine Macht als Großkonzern zugunsten seines "Werksklubs".
Der VfL Wolfsburg hat nicht nur Freunde, das liegt vor allem am geldgebenden Volkswagen-Konzern. Der missbraucht offenbar seine Macht als Großkonzern zugunsten seines "Werksklubs".(Foto: picture alliance / dpa)

Umstrittenes Sponsoring vor Gericht: Bestechung beim VfL Wolfsburg?

VW ist Hauptsponsor des VfL Wolfsburg und spendiert jede Saison Millionen Euro. Das reicht dem Autohersteller aber offenbar nicht. Er soll Unternehmen über die Verknüpfung von Verträgen zum Sponsoring des Klubs gedrängt haben - etwa die Telekom-Tochter T-Systems.

Das umstrittenes Sponsoring der Deutschen Telekom für den Volkswagen-Werksklub VfL Wolfsburg wird vor Gericht aufgearbeitet. Wie die "Süddeutschen Zeitung" berichtet, hat das Landgericht Stuttgart die Anklage gegen zwei VW-Führungskräfte und drei ehemalige T-Systems-Mitarbeiter zur Hauptverhandlung zugelassen. Ihnen wird Bestechung, beziehungsweise Bestechlichkeit im Zusammenhang mit einem Sponsoringvertrag für den Fußball-Bundesligisten vorgeworfen.

Volkswagen hat nach Ansicht der Staatsanwaltschaft vor drei Jahren einen hochdotierten Vertrag mit T-Systems erst dann fortgeführt, als die Telekom-Tochter ihrerseits angekündigt hatte, einen Sponsor-Vertrag mit dem VfL Wolfsburg über vier Millionen Euro pro Saison zu verlängern. Das Geschäft über die Pflege von Computersystemen bei VW hätte laut Staatsanwaldschaft aber nicht an die Unterstützung des Werksklubs VfL gekoppelt werden dürfen.

Die Angeklagten weisen laut Zeitung jede Schuld von sich. Es sei zu keiner Verknüpfung von Verträgen gekommen. Auch der VW-Konzern wehre sich generell gegen solche Vorwürfe: Man habe nie jemandem zum Sponsoring des Werksklubs gedrängt.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte die Anklage bereits im Herbst 2011 beim Landgericht eingereicht. Das Gericht ordnete allerdings umfangreiche Nachermittlungen an, etwa die Vernehmung von VW-Einkaufsvorstand Francisco Javier Garcia Sanz an. Letztlich sei die Anklageschrift nun allerdings unverändert zugelassen worden, sagte ein Gerichtssprecher dem Blatt. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

Europas größter Autokonzern soll den VfL Wolfsburg laut früheren Angaben der "Süddeutschen Zeitung" mit bis zu 100 Millionen Euro pro Saison unterstützen. Dazu kommt noch ein Kreditrahmen von etwa 50 Millionen Euro, den der Werksklub bei der VW Bank und dem Autobauer besitzt. Die sogenannten Werksklub - neben Wolfsburg gehört auch Bayer Leverkusen dazu - sind vielen Traditionsvereinen ein Dorn im Auge. Hans-Joachim Watzke, Vereinsboss von Borussia Dortmund, hatte vor wenigen Wochen eine heiße Debatte dazu losgetreten.

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Quelle: n-tv.de

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