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"Was holt man sich mit Lothar Matthäus ins Haus?"
"Was holt man sich mit Lothar Matthäus ins Haus?"(Foto: picture alliance / dpa)

Vom Weltstar zum Clown: Matthäus kämpft vergeblich

Von Stefan Giannakoulis

Sein Unterhaltungswert ist unbestritten, doch das ist es gar nicht, was Lothar Matthäus will. Er will einen Job als Fußballtrainer. Doch über seinem Versuch, auch nach grandioser Karriere im Gespräch zu bleiben, liegt mehr als ein Hauch von Tragik.

Lothar Matthäus hat sich mal wieder gemeldet, Sie werden es mitbekommen haben. Wieder einmal ging es um einen Job als Fußballtrainer. Und wieder einmal hat es nicht geklappt. Warum Lothar Matthäus trotzdem erzählt hat, dass er mit dem Bundesligisten SpVgg Greuther Fürth verhandelt hat, wissen wir nicht. Eigentlich sollten die Gespräche geheim bleiben. "Aber dann hört man immer wieder aus Fürth, dass es kein Interesse gibt. Dann sollen die Zuschauer auch die Wahrheit erfahren." Soll also bloß keiner denken, ein Lothar Matthäus sei kein gefragter Mann. Vielleicht ist es das, was ihn antreibt.

Wie bei der Sache mit Robert Lewandowski. Lothar Matthäus hatte im Bezahlfernsehen davon gesprochen, dass der Dortmunder Stürmer ganz sicher zum FC Bayern wechseln würde. Und suggerierte der Öffentlichkeit das Wissen eines Insiders. Das brachte ihm viel Spott und eine geharnischte Replik des Münchner Präsidenten Uli Hoeneß ein. "Lothar hat sich in den letzten Monaten ja sehr mit Frauen beschäftigt. Jetzt beschäftigt er sich offenbar mit Spielern von Bayern München. Er hat wohl sein Jagdfeld geändert."

Mehr als nur ein Hauch von Tragik

Da klingt alles ganz lustig und hat durchaus einen gewissen Unterhaltungswert. Lothar Matthäus als Dampfplauderer, Lothar Matthäus als serieller Freund junger Frauen, Lothar Matthäus als Clown der Klatschspalten. Das Schlimme ist, dass er diese Klischees stets aufs Neue bestätigt. So schwebt über seinem Versuch, auch nach seiner Karriere im Gespräch zu bleiben, mehr als nur ein Hauch von Tragik. Dabei ist er der Mann, der 150 Mal und damit so oft wie kein anderer für die deutsche Fußballnationalmannschaft gespielt hat. Der 1990 das DFB-Team zum bisher letzten Weltmeistertitel geführt hat. Der ein Weltstar war.

Und es gibt Menschen, die viel von Fußball verstehen und davon überzeugt sind, dass Lothar Matthäus ein guter Trainer ist. Oder besser: wäre. Wenn sie ihn nur lassen würden. Seit seiner Demission als bulgarischer Nationalcoach ist er ohne Anstellung. Franz Beckenbauer ist so einer, der viel von ihm hält. Er sagt: "Lothar ist für mich ein wunderbarer Mensch, ein wunderbarer Trainer. Ich kann den Lothar nur empfehlen." Und: "Er sucht nach einer Chance in Deutschland. Wenn er die mal gefunden hat, dann zieht er das durch." Nur spricht wenig dafür, dass er diese Chance, zumindest in Deutschland, in diesem Leben noch bekommt.

Noch im Oktober hatte Lothar Matthäus im Interview mit n-tv.de angekündigt: "Die Zeichen stehen gut, dass es zum neuen Jahr klappen könnte." Er sagte aber auch: "Ein Verein muss sich fragen: Was holt man sich mit Lothar Matthäus ins Haus?" Und genau das ist sein Problem.

Quelle: n-tv.de

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