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Der Barringer-Krater im US-Bundesstaat Arizona zählt zu den größten Einschlagsorten der Welt. Der Einschlag fand allerdings erst vor ungefähr 50.000 Jahren statt.
Der Barringer-Krater im US-Bundesstaat Arizona zählt zu den größten Einschlagsorten der Welt. Der Einschlag fand allerdings erst vor ungefähr 50.000 Jahren statt.

Heftiger und länger als angenommen: Asteroiden bombardierten Erde

Einige riesige Krater auf der Erde zeugen davon, mit welcher einer Wucht Asteroiden vor Milliarden Jahren den blauen Planeten trafen. Forscher gehen jetzt davon aus, dass der Asteroidenbeschuss viel heftiger ausfiel und zwei Milliarden Jahre länger andauerte, als bisher vermutet.

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Die ersten Lebensformen auf der jungen Erde mussten vermutlich einen weitaus heftigeren Asteroidenbeschuss erdulden als bislang angenommen. Das legt eine Analyse der Jahrmilliarden alten Kollisionsprodukte nahe, die noch heute nachweisbar sind. Bis vor rund 1,8 Milliarden Jahren sind demnach rund 70 große Asteroiden von mindestens dem Format des Dinosaurier-Killers auf der Erde eingeschlagen, schreiben Forscher um William Bottke vom Southwest Research Institute (SwRI) in Boulder (US-Staat Colorado) im britischen Journal "Nature". Damit hätte das frühe Asteroiden-Bombardement der jungen Erde rund zwei Milliarden Jahre länger angehalten als bisher vermutet.

Die Forscher hatten Schichten sandkorngroßer, runder Gesteinskügelchen analysiert, die sich nach großen Einschlägen aus dem geschmolzenen Kollisionsmaterial geformt und millimeter- bis zentimeterdick rund um den Globus abgelagert haben. Mindestens zwölf solcher Schichten sind bekannt, alle aus der Zeit vor 1,7 bis 3,5 Milliarden Jahren. "Die Schichten sprechen für eine intensive Periode eines späten Bombardements der Erde, aber ihre Quelle war lange rätselhaft", erläuterte Bottke in einer Mitteilung seines Instituts. Dabei enthalten die Schichten so viel extraterrestrisches Material, dass sich eine andere Herkunft wie etwa aus Vulkanen nach Meinung der Forscher ausschließen lässt.

Sudbury-Krater ist letztes Zeugnis

Unser Heimatplanet ist vor knapp 4,6 Milliarden Jahren aus dem Urnebel des Sonnensystems entstanden. Das bislang beste Modell vom frühen Asteroidenbeschuss der Erde geht davon aus, dass dieses kosmische Bombardement vor allem vor 4,1 bis 3,8 Milliarden Jahren stattfand und dann nachließ. Stattdessen sprechen die Analysen der Forscher um Bottke dafür, dass die großen Einschläge im sogenannten Achaikum bis vor ungefähr 1,8 Milliarden Jahren andauerten. Zu der Zeit gab es nachweislich bereits eine Vielfalt von Bakterien auf der Erde, darunter auch Sauerstoffproduzenten.

Die größten und ältesten erhaltenen Einschlagkrater auf unserem Planeten, der 180 bis 300 Kilometer große und zwei Milliarden Jahre alte Vredefort-Krater in Südafrika und der 250 Kilometer große und 1,85 Milliarden Jahre alte Sudbury-Krater in Kanada würden dann zu den letzten Ausläufern des heftigen Bombardements gehören. Danach wurde es offensichtlich vergleichsweise ruhig auf der Erde. In den vergangenen 500 Millionen Jahren hat nur der Chicxulub-Einschlag, der vor 65 Millionen Jahren die Dinosaurier ausgelöscht haben soll, eine ähnlich dicke Gesteinskügelchen-Schicht hinterlassen wie die Kollisionen aus dem Archaikum.

Möglicherweise stammten die kosmischen Geschosse des Archaikums aus einem heute weitgehend aufgelösten Ausläufer des inneren Asteroidengürtels zwischen Mars und Jupiter, meinen die Astronomen. Die Wucht der großen Einschläge muss gigantisch gewesen sein: Die größten dürften etwa 500 Mal so viel Energie freigesetzt haben wie der Einschlag des Dinosaurier-Killers vor 65 Millionen Jahren, schätzen die Forscher.

Quelle: n-tv.de

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