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Urweizensorten wie das Einkorn sind so wieder gefragt.
Urweizensorten wie das Einkorn sind so wieder gefragt.(Foto: picture alliance / dpa)

Zehn Mal mehr Lutein: Einkorn hält die Augen gesund

Dass Möhren nicht die Sehkraft eines Erwachsenen verbessern, ist bekannt. Dass Urweizenarten vor allem für die Augen besser sind als herkömmliche Weizensorten, ist dagegen neu.

Weizen ist out. Dinkel dagegen liegt voll im Trend. Auch andere Urweizensorten wie beispielsweise Einkorn oder Emmer (auch als Zweikorn bekannt) erleben in den letzten Jahren eine wahre Renaissance. In Bezug auf die Gesundheit der Augen zu Recht. Das haben Forscher der Universität Hohenheim nun herausgefunden. Für ihre Untersuchung verglichen die Lebensmitteltechnologen den Luteingehalt sogenannter Urweizenarten mit dem von herkömmlichen Hart- und Weichweizen.

Lutein

Lutein ist ein orangegelb gefärbter Inhaltsstoff von Pflanzen und gehört zu den häufigsten Carotinoiden. Es ist Bestandteil von Lichtsammelkomplexen in Chloroplasten. Dort erhöht es die Energieausbeute und entfaltet eine schützende Wirkung.

Lutein dient darüber hinaus als Lockfarbe in Blütenblättern und Früchten. Für den Menschen spielt es eine essenzielle Rolle beim Sehen. Als Arzneimittel wird es vor allem zur Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration eingesetzt. Es steht allerdings im Verdacht, über mehrere Jahre als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen, das Lungenkrebsrisiko zu erhöhen.

Die Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim pflanzte für die Untersuchung von den fünf Weizenarten – Hartweizen, Weichweizen, Einkorn, Emmer und Dinkel – je 15 verschiedene Sorten an fünf verschiedenen Standorten an. Die Ernte wurde schließlich am Lehrstuhl für Technologie und Analytik pflanzlicher Lebensmittel genau unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse waren eindeutig.

Zehn Mal mehr Lutein

Während in den modernen Weizenarten wie beispielsweise dem Weichweizen eine gewisse Menge an Lutein enthalten war, fanden die Forscher im Einkorn das Sechs- bis Zehnfache des Carotinoids. Doch nicht nur Einkorn schnitt bei den Untersuchungen im Hinblick auf den Luteingehalt positiv ab. Auch die anderen Urweizensorten enthielten mehr Lutein als alle getesteten Brotweizensorten.

Lutein schützt als UV- und Blaulichtfilter die Netzhaut des menschlichen Auges vor energiereicher Strahlung. Zudem wirkt der Farbstoff als Antioxidans im Auge. Das bedeutet, er schützt das Auge vor chemischen Stress durch freie Radikale. Lutein kann jedoch nicht vom Körper selbst hergestellt werden. Es muss über die Nahrung aufgenommen werden.

Der in der Untersuchung nachgewiesene hohe Lutein-Gehalt in den Urweizensorten hält für Menschen, die luteinhaltige Gemüsesorten wie beispielsweise Spinat und Grünkohl nicht mögen oder nur selten essen, die Möglichkeit bereit, Dinkel und Einkorn in ihren täglichen Speiseplan aufzunehmen – und so etwas für die Gesundheit ihrer Augen zu tun.

Quelle: n-tv.de

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