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Überfischung bedroht seit Jahren die empfindlichen Ökosysteme in den Ozeanen.
Überfischung bedroht seit Jahren die empfindlichen Ökosysteme in den Ozeanen.(Foto: picture-alliance/ dpa)
Freitag, 03. Dezember 2010

Die Ausbeutung der Meere: Fischgründe sind erschöpft

Überall auf der Welt werden die Meere extrem ausgebeutet. Fischer finden kaum noch neue Fischgründe. Der Rückgang der Fischerträge ist kein Ergebnis von Schutzmaßnahmen, sondern der Beweis, dass es immer weniger Fisch in den Meeren gibt, warnen Forscher.

Die kommerzielle Fischerei kann sich weltweit kaum noch neue Fanggründe erschließen und beutet die schon genutzten Gebiete extrem aus. Das berichten Forscher um Wilf Swartz vom Fischereizentrum der Universität von British Columbia in Vancouver (Kanada) im Journal "PLoS One". Demgegenüber seien nur knapp 0,1 Prozent der Weltmeere als Schutzgebiete ausgezeichnet, in denen nicht gefischt werden dürfe.

Mit 90 Millionen Tonnen gefangenem Fisch erreichte die Fischerei in den späten 1980er Jahren ihren Höhepunkt, heißt es in "PLoS One". Im Jahr 2005 waren es noch 87 Millionen Tonnen. Dieser Rückgang zeuge aber nicht von erfolgreichen Schutzmaßnahmen, berichten die Autoren. "Es zeigt eher an, dass wir schlicht keinen Raum mehr haben, um die Fischereigewässer auszudehnen", erklärte Swartz. Viele Fischer schöpften die Gründe zudem so weit aus, bis kein Fisch mehr übrig sei, ergänzte Co-Autor Daniel Pauly.

Ausbeutung der Meere hält an

Der Blauflossenthun ist vom Aussterben bedroht, wird aber trotzdem gefischt und verkauft.
Der Blauflossenthun ist vom Aussterben bedroht, wird aber trotzdem gefischt und verkauft.(Foto: picture alliance / dpa)

Das Team wertete Daten aus den Jahren von 1950 bis 2005 aus. Bis zu den 1970er Jahren seien die Fischereigründe jährlich um je eine Million Quadratkilometer ausgedehnt worden. Von den 1980er bis in die frühen 1990er Jahre habe sich diese Rate der Ausdehnung verdreifacht. Diese Ausweitung der Fischerei auf neue Gebiete sei eine der Ursachen dafür, dass es noch so viel Fisch zu kaufen gebe.

Die Forscher analysierten nicht allein die Zahlen der angelandeten Tiere. Sie berücksichtigten zudem, wie viele Algen und andere Kleinstlebewesen ("Primärproduktion") nötig sind, um die jeweilige Fangmenge zu ernähren. Dies ist vergleichbar mit der Menge Gras, die jährlich gebraucht wird, um Milch oder Fleisch herzustellen. Durch diese Methode können die Forscher nach eigenen Angaben die Auswirkungen der Fischerei auf verschiedene Arten vergleichen, beispielsweise Thunfisch oder Sardinen.

Bilderserie

Swartz und seine Coautoren weisen darauf hin, dass die Datenbasis ihrer Untersuchung nicht vollständig ist. Aus afrikanischen Gewässern lägen wenige Daten vor, und im Pazifik gebe es eine hohen Anteil von Piratenfischern.

Quelle: n-tv.de

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