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Golden Monkeys in einem Waldgebiet an der Grenze zwischen Ruanda, Uganda und Kongo im Volcanoes National Park.
Golden Monkeys in einem Waldgebiet an der Grenze zwischen Ruanda, Uganda und Kongo im Volcanoes National Park.(Foto: dpa)

Die kleinen Brüder der Berggorillas: Kaum entdeckt, schon fast ausgestorben

Die verspielten Golden Monkeys sind eine der seltensten Affenarten der Welt. Sie leben nur im Gebiet der ostafrikanischen Virunga-Vulkane, ebenso wie ihre großen Verwandten, die Berggorillas. Und beide Arten kämpfen ums Überleben.

In den dichten Wäldern der ostafrikanischen Virunga-Vulkane geht es am frühen Morgen geschäftig zu. Eine Gruppe von kleinen Primaten tobt durch das Gestrüpp, klettert, springt von Baum zu Baum und kaut auf saftigen Blättern. Kaum jemand ahnt beim Anblick dieses tierischen Spektakels, dass es sich hier um eine der seltensten Affenarten der Welt handelt: die Golden Monkeys, auch Goldmeerkatzen, die ausschließlich im Grenzgebiet zwischen Ruanda, Uganda und dem Kongo leben.

Von den Golden Monkeys gibt es heute  in Ruanda nach Schätzungen etwa 3500 Exemplare.
Von den Golden Monkeys gibt es heute in Ruanda nach Schätzungen etwa 3500 Exemplare.(Foto: dpa)

Bei Naturfreunden ist die Region vor allem wegen der letzten freilebenden Berggorillas berühmt, die hier - im Dickicht des Primärwaldes - um den Fortbestand ihrer Art kämpfen. Sie sind die wahren Könige der Virungas - die verspielten Äffchen mit dem goldbraunen Rücken wirken daneben wie Hofnarren. In den vergangenen Jahren haben sie das Interesse von Primatenforschern geweckt, da bis vor Kurzem so gut wie nichts über die Lebensweise und die Population der Golden Monkeys bekannt war.

"Wie ein verborgener Schatz"

"Diese Affen waren schon hier, als der Volcanoes-Nationalpark in Ruanda eingerichtet wurde - und das war 1925", sagt Loyce Gashumba, die Touristengruppen zu den Primaten führt. "Aber damals hat sich einfach niemand für sie interessiert." Dem stimmt auch der Experte für Artenvielfalt Deogratias Tuyisingize zu, der für den "Dian Fossey Gorilla Fund" Daten über die Tiere sammelt. "Die Golden Monkeys sind wie ein verborgener Schatz, der jahrzehntelang unbeachtet geblieben war, bis Wissenschaftler in den 1980er-Jahren auf die Tiere aufmerksam wurden." Schnell wurde klar: Wenn nichts zum ihrem Schutz unternommen wird, dann könnten diese einzigartigen und nur in einem kleinen Gebiet Ostafrikas vorkommenden Affen innerhalb kurzer Zeit aussterben.

Der Bestand an Goldmeerkatzen ist stark zurückgegangen.
Der Bestand an Goldmeerkatzen ist stark zurückgegangen.(Foto: dpa)

Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) wurde der Cercopithecus kandti - wie die Affen wissenschaftlich heißen - schon Anfang der 1990er Jahre als bedroht eingestuft. Heute gibt es in Ruanda nach Schätzungen etwa 3500 Exemplare. "Im Vergleich zu einer Zählung aus dem Jahr 2007 ist das ein Rückgang von rund 20 Prozent, was vermutlich mit dem Verlust von Lebensraum zu tun hat", erklärt Tuyisingize. Hinzu kommen rund 1000 Tiere in Uganda. Ob und wie viele Golden Monkeys auf der kongolesischen Seite des Virunga-Massivs leben, ist hingegen unklar. "Dort wurde bisher nie eine Zählung vorgenommen, aber ich glaube nicht, dass es viele sind - in den Wäldern des Kongo sind zahlreiche Jäger aktiv, die Affen für den Handel mit "Bushmeat" töten."

Außergewöhnliches Fell

Die Affen mit dem markanten Gesicht und dem außergewöhnlichen Fell werden bis zu 25 Jahre alt. Weibchen bringen in dieser Zeit vier bis sechs Babys zur Welt, die in den ersten zweieinhalb Lebensjahren völlig von ihrer Mutter abhängig sind.

Mit der Nahrungssuche verbringen die Affen einen großen Teil des Tages.
Mit der Nahrungssuche verbringen die Affen einen großen Teil des Tages.(Foto: dpa)

Am liebsten ernähren sich die Tiere von Bambussprossen, aber auch Kartoffeln und Blätter stehen auf dem Speiseplan - und mit der Suche nach etwas Essbarem verbringen die Affen auch den Großteil des Tages. Nachts hingegen steigen sie in die Bäume hinauf, wo sie auf dicken Ästen schlafen und sich dabei an Zweigen festhalten, wie Touristenführerin Gashumba erläutert. Auch Tierfreunde aus aller Welt haben die Golden Monkeys seit 2003 für sich entdeckt: Die Zahl der Interessenten nehme ständig zu, sagt Gashumba. "Früher kamen 20 Touristen in der Woche, heute sind es oft 20 an einem Tag."

Kein Wunder: Zu den Äffchen zu trekken ist nicht nur weitaus bequemer als der oft mehrstündige Aufstieg zu den Berggorillas, sondern auch viel billiger. Gerade einmal 100 Dollar (78 Euro) kostet die Genehmigung, während Besucher für die Wanderung zu den Gorillas 750 Dollar bezahlen müssen.

Affen brauchen dringend Hilfe

Aber was fasziniert Forscher wie Tuyisingize an den Affen? "Ich bin Naturschützer - und die in den Virungas endemischen Golden Monkeys sind vom Aussterben bedroht. Sie könnten von unserem Planeten verschwinden, wenn wir ihnen nicht helfen", erklärt er.

Zudem unterstütze das Geld, das Ruanda durch den Ökotourismus und das Trekking zu den Primaten einnehme, die Wirtschaft des Landes. Immerhin erholt sich Ruanda noch immer von den Folgen des verheerenden Völkermordes von 1994. Am wichtigsten aber sei, dass die Golden Monkeys sehr charismatische Tiere seien, sagt der Experte - und widmet sich dann wieder dem Schutz seiner Lieblinge.

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Quelle: n-tv.de

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