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Männer, die sich Sorgen über die eventuell gesunkene Fruchtbarkeit gemacht haben, will die DGU beruhigen.
Männer, die sich Sorgen über die eventuell gesunkene Fruchtbarkeit gemacht haben, will die DGU beruhigen.(Foto: picture alliance / dpa)
Freitag, 28. Juli 2017

Urologen geben Entwarnung: Keine Panik wegen gesunkener Spermienzahl

Vor Kurzem ertönte ein "dringender Weckruf für Forscher und Gesundheitsbehörden auf der ganzen Welt": Forscher berichteten, die Spermienanzahl bei Männern aus westlichen Ländern sei eklatant gesunken. Deutsche Urologen sagen nun: keine Sorge.

Die laut einer Studie gesunkene Spermienanzahl von Männern in westlichen Ländern ist aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) kein Grund zur Beunruhigung. Man sehe die Zeugungsfähigkeit in westlichen Industrienationen "nicht akut gefährdet", teilte die DGU mit. Sorgen müssten sich die Männer nicht machen, erklärte die Fachärztin für Reproduktionsmedizin und Andrologie Sabine Kliesch. Die in der Studie gezeigten Veränderungen lägen "alle in einem hochnormalen Bereich".

Forscher von der Hebrew University in Jerusalem hatten in dieser Woche im Fachblatt "Human Reproduction Update" von einem Rückgang der Spermienanzahl pro Milliliter Sperma bei Männern aus westlichen Ländern berichtet - um 52,4 Prozent zwischen 1973 und 2011. Bei der Gesamtzahl der Spermien pro Samenerguss betrage der Rückgang sogar 59,3 Prozent. "Angesichts der Bedeutung der Spermien für die männliche Fruchtbarkeit und die menschliche Gesundheit ist diese Studie ein dringender Weckruf für Forscher und Gesundheitsbehörden auf der ganzen Welt", sagte Studienleiter Hagai Levine von der Hebrew University in Jerusalem.

Zahl vorwärts-beweglicher Spermien entscheidender

Nicht an der Studie beteiligte Experten hatten jedoch betont, dass anhand der Daten offen bleibe, ob Männer wirklich unfruchtbarer geworden sind. Zur Beweglichkeit der Spermien etwa gab es in der Studie keine Daten. Für die Befruchtung einer Eizelle sei die Zahl vorwärts-beweglicher Spermien aber entscheidender als die absolute Anzahl, so DGU-Expertin Kliesch. Sie verweist auch darauf, dass die Entwicklung teils auf verbesserte Messmethoden zurückgehen könnte.

Die DGU hält die Studie laut Mitteilung aber für ernst zu nehmend, unter Experten gelte sie als beste derzeit verfügbare Neuberechnung. Es müsse untersucht werden, was hinter dem Spermienrückgang stecke und was das für die Männergesundheit allgemein bedeute, hieß es.

Quelle: n-tv.de

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