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Impfstoffkandidat im Notfall einsetzbarMers-Coronavirus im Zelltest besiegt

07.09.2013, 06:58 Uhr
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Das Coronavirus unter dem Mikroskop. (Foto: dpa)

Das neue Coronavirus führt bei Infizierten zu schweren Krankheitsverläufen und oftmals sogar zum Tod. Aus diesem Grund sind Virenforscher auf der Suche nach geeigneten Therapien und Impfstoffen, um im Falle einer Epidemie gewappnet zu sein. Im Zelltest werden sie fündig.

Forschern ist es gelungen, einen Impfstoffkandidaten gegen das Mers-Coronavirus zu entwickeln. Ein Wissenschaftlerteam um Professor Gerd Sutter vom Institut für Infektionsmedizin und Zoonosen an der Ludwig-Maximilians-Universität München fand eine geeignete Methode, um die Entwicklungsgrundlage für einen Impfstoff zu schaffen. Der Impfstoffkandidat, der den Namen MVA-Mers-S trägt, wurde auf Basis des Modifzierten Vacciniavirus Ankara (MVA) getestet. Dafür schleusten die Virenforscher die genetische Information des Mers-Coronavirus mittels des ungefährlichen MVA-Hilfsvirus in Mäuse ein. Diese Vorgehensweise ist ein gängiges Verfahren bei der Entwicklung von Impfstoffen.

Das Blut der so behandelten Mäuse wurde schließlich zu Zellen in einer Nährlösung gegeben, die mit dem Mers-Coronavirus infiziert waren. Die Antikörper im Mäuseblut konnten im Zelltest die Mers-Coronaviren unschädlich machen. Durch die Ergebnisse erreichte das Verfahren und der Impfstoffkandidat die nächste Forschungsrunde und soll nun im präklinischen Tiermodell getestet werden. Das Problem dabei ist jedoch, dass bisher kein Versuchstier so stark wie der Mensch auf das Mers-Coronavirus reagiert und schwer erkrankt.

Dennoch lassen die Erkenntnisse hoffen, denn: "Der von uns entwickelte Impfstoffkandidat gegen das Mers-Coronavirus ist der erste publizierte Impfstoff, der bei einer Epidemie als Notimpfstoff zum Einsatz kommen könnte", betont Sutter in einem Gespräch mit n-tv.de. "Er könnte im Notfall sofort in die Produktion gehen", erklärt der Virologe weiter. Mit der Entwicklung des Impfstoffkandidaten MVA-Mers-S konnten die Forscher zeigen, dass es möglich ist, auch auf gesundheitliche Gefahren durch Viren innerhalb kurzer Zeit reagieren zu können. Das gefährliche Mers-Coronavirus war erstmals im Herbst 2012 entdeckt worden.

Quelle: ntv.de, jze