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Dienstag, 25. Mai 2010

1332 Milliarden Kubikkilometer Wasser: Ozeane flacher als gedacht

1,332 Milliarden Kubikkilometer Wasser sollen sich in den Weltmeeren befinden. Diese neu berechnete Zahl weicht überraschend wenig von der weltweit ersten Kalkulation des Forschers John Murray aus dem Jahre 1888 ab.

Rund 70 Prozent der Erdoberfläche ist von Wasser bedeckt.
Rund 70 Prozent der Erdoberfläche ist von Wasser bedeckt.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Einer neuen Kalkulation zufolge gibt es in den Weltmeeren 1,332 Milliarden Kubikkilometer Wasser. Auf diese Zahl kommt ein Team um Matthew Charette von der Woods Hole Oceanographic Institution in Woods Hole (US-Staat Massachusetts). Die Forscher hatten Satellitendaten über die Form der Ozeane ausgewertet und daraus die durchschnittliche Tiefe der Meere berechnet. Diese wird nun mit 3682,2 Metern angegeben – das ist zwischen 21 und 51 Metern weniger als bisher. Zusammen mit der Fläche lässt sich dann das Volumen berechnen. Die Analyse ist im Journal "Oceanography" nachzulesen. Das Gesamtvolumen der Erde beträgt hingegen 1083,319 Milliarden Kubikkilometer.

Der neue Wert weicht überraschend wenig von einer der ersten Kalkulationen des Forschers John Murray aus dem Jahr 1888 ab, notieren die Forscher: Murray kam auf 1,349 Milliarden Kubikkilometer Wasser. Das ist eine Abweichung von gerade 1,2 Prozent. Dabei musste Murray noch schwere Gewichte an Seilen in die Tiefe lassen, um die Wassermassen zu vermessen.

Genauere Satellitenaufnahmen helfen

Die Forscher von heute profitieren von immer besseren Satellitendaten. Die Karten dieser künstlichen Erdtrabanten sind zunehmend höher aufgelöst. Damit zeigen sich auch Gebirge und Berge am Grund der Ozeane besser, so dass sich das Volumen feiner berechnen lässt. Die neuen Daten berücksichtigen fast alle Ozeangebiete, mit Ausnahme einiger Regionen um die Arktis.

Die Erde aus dem All fotografiert ist wegen der Weltmeere überwiegend blau.
Die Erde aus dem All fotografiert ist wegen der Weltmeere überwiegend blau.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der an der Untersuchung beteiligte Satellitenexperte Walter Smith von der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) weist darauf hin, dass sich das Volumen noch genauer angeben ließe – wenn die dreidimensionalen Karten des Meeresbodens nur feiner aufgelöst wären. Derzeit seien nur die wirklich großen Berge zu sehen: "Die Auflösung ist 15 Mal schlechter als jene vom Mars oder vom Mond."

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In den Meeren finden sich 97 Prozent des Wassers. Die restlichen 3 Prozent bleiben für Süßwasser, das Rinnsale, Seen und große Ströme füllt.

Quelle: n-tv.de

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