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Asthmatiker sollten auf den Pfefferspray zur Selbstverteidigung verzichten.
Asthmatiker sollten auf den Pfefferspray zur Selbstverteidigung verzichten.(Foto: picture alliance / dpa)

Atemnot und Augenschäden: Pfefferspray kann lebensbedrohlich sein

Ursprünglich sind sogenannte Pfeffersprays zur Abwehr von Tieren gedacht. Doch seit Jahren vermitteln sie in Handtaschen und Rucksäcken ein Gefühl der Sicherheit. Dass der Inhalt in den kleinen Dosen sogar zum Tod führen kann, wissen die wenigsten.

Pfeffersprays sind seit den Vorfällen in der Silvesternacht in Köln zum echten Verkaufsschlager geworden. Dabei ist der Inhalt in den kleinen Dosen alles andere als harmlos. Jeder der entscheidet, sich ein solches Selbstschutz-Spray zuzulegen, sollte sich über dessen Wirkungen im Klaren sein.

Egal welcher Körperteil mit Pfefferspray in Kontakt gekommen ist, es sollte schnellstmöglich mit Wasser abgespült werden.
Egal welcher Körperteil mit Pfefferspray in Kontakt gekommen ist, es sollte schnellstmöglich mit Wasser abgespült werden.(Foto: picture alliance / dpa)

"Im schlimmsten Fall kann das Einatmen von Pfefferspray einen Asthmaanfall auslösen und das kann tatsächlich lebensbedrohlich werden", erklärt Dr. Hans-Jörg Busch, Ärztlicher Leiter Medizin des Universitäts-Notfallzentrum am Universitätsklinikum Freiburg im Gespräch mit n-tv.de. Asthmatiker mit einem hohen Sicherheitsbedürfnis sollten möglichst auf andere Selbstverteidigungsmittel zurückgreifen, denn der flüssige Inhalt eines Pfeffersprays verteilt sich in der Luft und kann unter ungünstigen Umständen auch vom Angegriffenen, der es benutzt, eingeatmet werden – mit fatalen Wirkungen.

Pfefferspray mit Chilischärfe

Eigentlich müsste das Pfefferspray Chilispray heißen, denn der Inhaltsstoff wird aus der Chilischote gewonnen. Das sogenannte Oleoresin Capsicum (OC) wirkt innerhalb von wenigen Sekunden auf drei verschiedene Arten: Es lässt die Schleimhäute anschwellen, was dazu führt, dass sich die Augenlider für zehn bis fünfzehn Minuten schließen. Wird es eingeatmet, dann kommt es zu Hustenreizen, manchmal auch zu atemnotähnlichen Zuständen. Bei direktem Hautkontakt entstehen Juckreiz, brennende Stellen und Quaddeln, die bis zu 48 Stunden spürbar sein können.

"Um die Reizungen durch Pfefferspray zu neutralisieren und die teils starken Schmerzen zu lindern, ist es wichtig, so schnell wie möglich mit der Reinigung der betroffenen Stellen zu beginnen", erklärt Busch. Am besten ist fließendes Wasser dafür geeignet. Auch die Augen sollten mit viel klarem Wasser gespült werden, da die Substanz die Augenhornhaut und die Augenbindehaut angreift. Das kann nicht nur zu wochenlangen Entzündungen, sondern auch langfristigen Problemen wie der Verätzung der Hornhaut führen.

Der Mediziner rät Menschen, die mit Pfefferspray in Kontakt gekommen sind, auf keinen Fall an den betroffenen Stellen zu reiben oder zu kratzen, denn das führe zu weiteren Reizungen und sogar zu Entzündungen. Schwer betroffene Personen so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen, um lebensbedrohliche Zustände wie Atemnot oder langfristige Schädigungen beispielsweise an den Augen vorzubeugen.

Drogen und Psychopharmaka

Zudem gibt es Hinweise darauf, dass Pfefferspray in Kombination mit Drogen oder Psychopharmaka eine tödliche Wirkung haben kann. Die Ergebnisse des Suchtmediziners John Mendelson vom California Pacific Medical Center in San Francisco bestärken diese Annahmen. Er gab einer Gruppe von Mäusen Kokain. Eine andere Gruppe bekam zusätzlich zum Kokain Capsaicin verabreicht. Das Ergebnis: In der Mäuse-Gruppe mit dem Chili-Kokain-Gemsich starben wesentlich mehr Tiere als in der Koks-Gruppe.

Quelle: n-tv.de

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