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Nicht nur die Wurst an sich, sondern auch Weichmacher aus den Plastikverpackungen könnten zu Übergewicht führen.
Nicht nur die Wurst an sich, sondern auch Weichmacher aus den Plastikverpackungen könnten zu Übergewicht führen.(Foto: imago/Westend61)

DEHP macht Mäuse rund: Weichmacher sind Dickmacher

Sie stehen schon länger im Verdacht, nicht nur Einfluss auf das Hormonsystem, sondern auch auf das Körpergewicht zu nehmen. Nun liefern Forscher Erkenntnisse für den meistgebrauchten Weichmacher.

Für Übergewicht gibt es eine Vielzahl an Ursachen. Neben Bewegungsmangel, genetischer Disposition und falschen Ernährungsgewohnheiten könnten auch Weichmacher (Phthalate) eine Rolle spielen. Die Umweltschadstoffe werden in der Kunststoffverarbeitung eingesetzt, um diese biegsam und dehnbar zu machen. Sie könnten beispielsweise aus Verpackungen auf den Inhalt übergehen und so über die Nahrung aufgenommen werden. Insbesondere fetthaltige Lebensmittel wie Käse und Wurst könnten davon betroffen sein.

Um die Wirkung der Weichmacher zu beweisen, haben die Forscher an der Universität Leipzig Mäuse mit Trinkwasser versorgt, das DEHP (Dietethylhexylphthalat), den mit Abstand meistgebrauchten Weichmacher weltweit, enthielt. Sie stellten fest, dass die Mäuse deutlich an Gewicht zulegten, besonders die weiblichen Tiere. "Phthalate greifen ganz offensichtlich massiv in den Hormonhaushalt ein. Bereits in geringen Konzentrationen führen sie zu deutlichen Veränderungen, wie beispielsweise der Gewichtszunahme", sagt Professor Martin von Bergen, Leiter des Departments Molekulare Systembiologie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ).

Doch diese Erkenntnis allein reichte den Forschern nicht aus. Zusammen mit Kollegen des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) Adipositas Erkrankungen am Universitätsklinikum Leipzig wollten sie nun wissen, wie genau der Stoff im Körper wirkt und nahmen deshalb die Stoffwechselprodukte im Blut der Tiere unter die Lupe.

Sie stellten fest, dass der Anteil ungesättigter Fettsäuren im Blut unter Phthalat-Einwirkung zunahm und der Glukosestoffwechsel gestört war. Daneben war auch die Zusammensetzung von im Blut befindlichen Rezeptoren verändert, die für den Gesamtstoffwechsel wichtig sind und zu einer Umstellung des Stoffwechsels führen können. "Einige Stoffwechselprodukte, die vom Fettgewebe gebildet werden, sind unter anderem auch als Botenstoffe aktiv und steuern Funktionen in anderen Organen", erläutert von Bergen. "Noch ist aber nicht abschließend geklärt, wie sich die unterschiedlichen Effekte von Phthalaten auf den Stoffwechsel untereinander beeinflussen und letztlich zu einer Gewichtszunahme führen." Aus diesem Grund wollen die Wissenschaftler die Einflüsse von Phthalaten weiter erforschen.

Quelle: n-tv.de

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