Mittwoch, 08. Juli 2009
Besser Lernen und Denken: EPO wirkt auch im Gehirn
In der Medizin wird EPO bisher zur Behandlung von Blutarmut eingesetzt. Es fördert die Bildung von roten Blutkörperchen.
(Foto: picture-alliance / dpa)
Das Dopingmittel Erythropoetin (EPO) kann nicht nur Muskeln anfeuern, sondern auch das Gehirn. Das haben Forscher um Prof. Hannelore Ehrenreich vom Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin in Göttingen zumindest an Mäusen herausgefunden. "Mit dem Stoff behandelte junge Mäuse zeigten eine anhaltende Verbesserung kognitiver Leistungen", sagte die Wissenschaftlerin auf Anfrage und betonte: "Wir wollen mit diesem Ergebnis ganz sicher keinen Anstoß geben, gesunde Menschen mit EPO zu behandeln."
Ihrer Meinung nach kann der Befund jedoch für neue Behandlungsstrategien bei schweren Hirnerkrankungen genutzt werden. Auch für Krankheiten wie etwa Multiple Sklerose oder chronische Schizophrenie, biete die Arbeit "wichtige neue Ansätze". Die Studie wird im Online-Journal "BioMed Central" präsentiert.
"Wir wollen mit diesem Ergebnis ganz sicher keinen Anstoß geben, gesunde Menschen mit EPO zu behandeln", so die Wissenschaftler.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Bislang setzen Ärzte EPO zur Behandlung von Blutarmut ein. Es fördert die Bildung von roten Blutkörperchen, die Sauerstoff transportieren. Das wird aber auch illegal im Leistungssport ausgenutzt, um die Muskeln besser mit Sauerstoff zu versorgen.
Tägliches Training
Um die Wirkung von EPO auf die Lern- und Entwicklungsprozesse von Mäusen zu testen, seien den Tieren schwierige Aufgaben gestellt worden. Sie mussten lernen, innerhalb von einer Sekunde auf eines von fünf alternativ erscheinenden Lichtsignalen richtig zu reagieren. Dafür wurden sie mit einer kleinen Portion Zuckerwasser belohnt. "Um die Maus so weit zu bringen, dass sie diese Aufgabe erfüllen kann, benötigt man viele Wochen, in welchen täglich, auch am Wochenende, schrittweise trainiert und auf die Aufgabe hingeführt wird", berichtete Prof. Ehrenreich. Dadurch ergäben sich ideale Bedingungen, bei den Tieren unterschiedliche Prozesse des Lernens abzubilden und die Wirkung von EPO auf diese Prozesse hin zu untersuchen.
Bei den Experimenten wurden pubertierende männliche Mäuse drei Wochen lang mit hohen Dosen von EPO oder dem Scheinmedikament Placebo behandelt. Danach wurden sie drei Monate lang intensiv trainiert. Die Lernerfolge der mit EPO behandelten Mäuse waren dabei deutlich besser als bei den Kontrolltieren, die Placebos erhalten hatten.
dpa
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