A+ bis GAutos bekommen Energielabel
Wie sparsam ist eigentlich das neue Auto? Diese Frage wird künftig möglicherweise leichter zu beantworten sein. Denn auch Autos bekommen bald Energieverbrauch-Label, so wie Verbraucher sie schon von Kühlschränken oder Waschmaschinen kennen.
Künftig werden Autos ähnlich wie Kühlschränke oder Waschmaschinen mit einem farbig abgestuften Energieverbrauch-Label gekennzeichnet. Der Bundesrat billigte grundsätzlich einen entsprechenden Gesetzentwurf zur neuen CO2-Kennzeichnung. Danach wird die Energieeffizienzklasse eines Autos anhand des Verhältnisses von Kohlendioxidausstoß pro Kilometer und Gewicht ermittelt. Nach dem Willen des Bundesrates soll diese Berechnungsgrundlage allerdings auf drei Jahre befristet sein. Während dieser Zeit sollen laut der Länderkammer alternative Grundlagen für die Berechnung der Energieeffizienz geprüft werden.
Umweltverbände, Verbraucherschützer und selbst der Automobilclub ADAC hatten zuvor die gewichtsabhängige Bewertung der Kohlendioxid-Emissionen kritisiert. Dadurch erhielten Spritschlucker eine günstige Bewertung, wenn sie nur schwer genug sind, monierte unter anderem der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV). Auch der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) sprach von einer "Mogelpackung".
Die nun vom Bundesrat beschlossene Verordnung sieht vor, den CO2-Ausstoß eines Autos pro Kilometer ins Verhältnis zu seinem Gewicht zu setzen. Daraus ergibt sich am Ende ein Wert, dem eine Note zugeordnet wird: von einem grünen A+ für einen äußerst klimafreundlichen Wagen bis zu einem roten G, das für wenig effizient steht. Wie schon bei Elektrogeräten üblich, sollen Autokäufer dadurch auf einen Blick erkennen, wie klimafreundlich das neue Auto ist. Die neue Kennzeichnung tritt im Herbst in Kraft.
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) begrüßte die neue Energieverbrauch-Kennzeichnung für Fahrzeuge. Zugleich wies Verbandspräsident Matthias Wissmann die Kritik zurück. Die Verwendung des Gewichts als relevante Bezugsgröße sei "sinnvoll", nicht zuletzt weil nicht nur in Europa, sondern auch in Ländern wie Japan, China, Südkorea und künftig auch Indien die CO2-Regulierung von Autos auf dem Kriterium "Gewicht" basiere. Angesichts wichtiger internationaler Märkte wäre es laut VDA "kontraproduktiv, bei der Verbrauchskennzeichnung in Deutschland eine andere Bezugsgröße zu verwenden.